BITmarkets Team
Mar 02, 2026
Der Vorschlag kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Diskussionen über quantenfähige Computer und die Sicherheit von Blockchains erneut Aufmerksamkeit erregen, insbesondere hinsichtlich der Frage, ob bestehende kryptografische Systeme zukünftigen technologischen Fortschritten standhalten können.
In einem Beitrag vom Donnerstag erklärte Buterin, dass die Schwerpunktbereiche Validator-Signaturen, Datenspeicherung, Benutzerkontosignaturen und Zero-Knowledge-Proofs umfassen. Er schlug vor, die aktuellen BLS-Konsenssignaturen (Boneh-Lynn-Shacham) von Ethereum durch „Lean”-quantensichere Hash-basierte Signaturen zu ersetzen, um die Widerstandsfähigkeit zu verbessern. Eine zentrale Schwierigkeit besteht in der Auswahl der richtigen Hash-Funktion, da diese Entscheidung wahrscheinlich das Sicherheitsmodell von Ethereum für Jahrzehnte prägen wird. „Dies könnte die letzte Hash-Funktion von Ethereum sein, daher ist es wichtig, eine kluge Wahl zu treffen”, sagte er.
Der Vorschlag baut auf früheren Arbeiten des Ethereum Foundation-Forschers Justin Drake auf, der im August 2025 das Konzept von „Lean Ethereum“ als Rahmenwerk für die Quantensicherheit des Netzwerks vorstellte.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Plans betrifft das Datenspeichersystem von Ethereum, das gemeinhin als „Blobs“ bezeichnet wird. Das Netzwerk stützt sich derzeit auf KZG-Commitments (Kate-Zaverucha-Goldberg) zur Speicherung und Verifizierung von Daten. Im Rahmen der vorgeschlagenen Änderungen würden diese durch STARKs (Zero-Knowledge Scalable Transparent Argument of Knowledge) ersetzt, die als resistent gegen Quantenangriffe gelten.
Buterin räumte ein, dass eine solche Umstellung zwar machbar sei, aber einen erheblichen technischen Aufwand erfordern würde. „Es ist machbar, aber es gibt viel technische Arbeit zu tun”, sagte Buterin. Die Sicherheit von Benutzerkonten stellt eine dritte Herausforderung dar. Ethereum verwendet derzeit ECDSA-Schlüssel (Elliptic Curve Digital Signature Algorithm), einen weit verbreiteten kryptografischen Standard, der in einer Quantencomputing-Umgebung anfällig werden könnte.
Die vorgeschlagene Lösung besteht darin, Konten die Verwendung flexibler Signaturschemata zu ermöglichen, darunter auch quantenresistente Alternativen auf Gitterbasis. Diese Signaturen erfordern jedoch deutlich mehr Rechenressourcen und würden die Gas-Kosten erhöhen. „Die langfristige Lösung ist eine rekursive Signatur und Proof-Aggregation auf Protokollebene, wodurch diese Gas-Overheads auf nahezu Null reduziert werden könnten“, sagte er.
Quantenresistente Nachweise führen zu einer weiteren Komplexität, da ihre direkte Ausführung in der Blockchain rechenintensiv ist. Buterin schlug vor, dies durch eine Aggregation auf Protokollebene zu lösen, wodurch viele Signaturen und Nachweise gemeinsam statt einzeln überprüft werden können.
Anstatt jeden Nachweis einzeln zu validieren, könnte ein einziger Master-Nachweis oder „Validierungsrahmen“ Tausende gleichzeitig bestätigen, wodurch die Kosten nahe Null gehalten werden könnten. „Auf diese Weise könnte ein Block tausend Validierungsrahmen ‚enthalten‘, von denen jeder entweder eine 3-kB-Signatur oder sogar einen 256-kB-Nachweis enthält“, erklärte er.
Neben der Diskussion über Quantensicherheit äußerte sich Buterin auch zur allgemeinen Entwicklungsrichtung der Ethereum Foundation und erklärte, dass zukünftige Upgrades „eine progressive Verringerung sowohl der Slot-Zeit als auch der Finalitätszeit“ erwarten lassen.
Quellen:
https://cointelegraph.com/news/vitalik-proposes-4-fixes-quantum-resistance-roadmap-for-ethereum
https://ethresear.ch/t/recursive-stark-based-bandwidth-efficient-mempool/23838