Visa weitet Stablecoin-Strategie aus

BITmarkets Team

Dec 16, 2025

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16.12.25.04
Stablecoins sind nicht länger ein Nischenexperiment. Sie entwickeln sich zunehmend zu einer praktischen Zahlungstechnologie. Dieser Wandel wird durch den jüngsten Schritt von Visa unterstrichen: Das Unternehmen hat die Gründung einer neuen globalen Beratungsabteilung angekündigt, die sich ausschließlich mit Stablecoins befasst. Mit diesem Schritt macht der Zahlungsriese deutlich, dass digitale Dollars auf der Blockchain zu einem Kernbestandteil der modernen Finanzinfrastruktur werden.

Eine neue Beratungseinheit bei Visa

Am Montag hat Visa eine neue Einheit namens Stablecoins Advisory Practice vorgestellt. Ihre Aufgabe ist es, Banken, Händler und Fintech-Unternehmen dabei zu unterstützen, Stablecoin-basierte Produkte zu entwickeln, einzuführen und langfristig zu verwalten. Das Team wird sich auf die praktischen Herausforderungen konzentrieren, mit denen traditionelle Finanzinstitute bei der Arbeit mit Stablecoins konfrontiert sind, von der Aufklärung und Markteinführung bis hin zur technischen Integration.

Stablecoins haben laut Visa das Potenzial, Zahlungsprozesse erheblich zu beschleunigen und Kosten zu senken. Die Finanzinstitute selbst erforschen diese Möglichkeit aktiv.
"Stablecoins können eine Möglichkeit sein, Zahlungen zu beschleunigen und ihre Kosten zu reduzieren. Mit der Unterstützung von Visa prüfen wir, wie wir diese Technologie in unsere breitere Strategie einbinden und unseren 15 Millionen Mitgliedern weltweit einen echten Mehrwert bieten können", sagte Matt Freedman, Senior Vice President bei der Navy Federal Credit Union.

Stablecoins als ausgereiftes Geschäft

Die Schaffung einer eigenen Beratungspraxis zeigt, dass die sogenannten Onchain-Dollars zu einem Segment herangewachsen sind, das groß genug ist, um einen eigenständigen Geschäftsbereich innerhalb eines der weltweit größten Zahlungsnetzwerke zu rechtfertigen. Für Visa ist dies kein Neuland. Das Unternehmen baut seit Jahren eine Stablecoin-Infrastruktur auf, und die neuen Beratungsdienste bauen auf einem Fundament auf, das bereits fest verankert ist.

Heute umfasst das Ökosystem von Visa mehr als 130 Kartenprogramme, die mit Stablecoins in über vierzig Ländern verbunden sind. Das jährliche Abwicklungsvolumen in USDC, einem der am weitesten verbreiteten Dollar-gedeckten Stablecoins, erreicht im Visa-Netzwerk Milliarden von Dollar. Die neue Abteilung formalisiert und erweitert daher die Aktivitäten, die Visa seit langem im Stablecoin-Bereich entwickelt hat.

Krypto bewegt sich in Richtung reale Nutzung

Visas Schritt fügt sich in einen breiteren Trend ein, der den Krypto-Sektor seit einigen Jahren prägt. Während flüchtige Vermögenswerte wie Bitcoin einst das Gespräch beherrschten, verlagert sich die Aufmerksamkeit zunehmend auf Stablecoins als die praktischste Anwendung der Blockchain-Technologie für alltägliche Zahlungen.

Andere globale Akteure verfolgen ähnliche Strategien. Stripe hat Stablecoin-Zahlungen und -Konten eingeführt und wirbt für sie als schnellere und billigere Alternative für globale Kreative und digitale Plattformen. PayPal vertieft die Verwendung seines eigenen PayPal-USD-Tokens innerhalb seines Ökosystems. JPMorgan baut den JPM Coin weiter aus, der für die Abwicklung institutioneller Transaktionen verwendet wird.

Als Ergebnis positionieren sich Stablecoins zunehmend als die wichtigste "Killer-App" der Kryptoindustrie, die einen klaren und unmittelbaren praktischen Nutzen bietet.

Eine sich verändernde Rolle für Bitcoin

Der Aufstieg der Onchain-Dollars verändert auch die Wahrnehmung von Bitcoin. Einige Narrative, die einst eng mit BTC verbunden waren, insbesondere die Verwendung im Zahlungsverkehr oder in Ländern mit fragilen Bankensystemen, werden nun zunehmend von Stablecoins übernommen.

Im November wurde diese Verschiebung indirekt von Cathie Wood, CEO von ARK Invest, hervorgehoben, die ihr Kursziel für Bitcoin für 2030 von 1,5 Millionen Dollar auf 1,2 Millionen Dollar senkte. Einer der Gründe, die sie anführte, war, dass Stablecoins einige der Funktionen übernehmen, die sie zuvor von Bitcoin im Zahlungsverkehr und in den Schwellenländern erwartet hatte.

Dies bedeutet nicht das Ende der langfristigen These von Bitcoin als digitalem Gold. Stattdessen zeichnet sich eine klarere Rollenverteilung ab: Stablecoins dominieren das digitale Transaktionsgeld, während Bitcoin seine Position als langfristiger Wertaufbewahrer und makroökonomische Absicherung weiter festigt.

Ein klares Signal an den Markt

Visas neue Stablecoin-Beratungsabteilung sendet ein unmissverständliches Signal an Banken und Fintech-Unternehmen. Wenn eines der größten Zahlungsunternehmen der Welt die Entwicklung von Stablecoin-Strategien aktiv unterstützt, zeigt das, dass die Technologie als zukünftiger Standard für den globalen Zahlungsverkehr angesehen wird.

Onchain-Dollars bewegen sich damit entscheidend von der Experimentierphase in Richtung Mainstream-Finanzinfrastruktur. Und Visa positioniert sich nicht nur als Technologiepartner, sondern auch als Wegweiser in einer Zeit, in der Krypto immer enger mit dem traditionellen Finanzsystem verflochten wird.

Quellen:

https://investor.visa.com/news/news-details/2025/Visa-Unveils-New-Global-Stablecoins-Advisory-Practice/default.aspx

https://docs.stripe.com/financial-accounts/stablecoins

https://cointelegraph.com/news/youtube-enables-pyusd-stablecoin-payouts-for-us-creators

https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-11-12/jpmorgan-rolls-out-deposit-token-jpm-coin-in-digital-asset-push

https://www.youtube.com/watch?v=07v3YPCHTdI

Schlagworte: Crypto news
Last Updated: Apr 12, 2026