BITmarkets Team
Dec 05, 2025
Der GENIUS Act stellt den ersten föderalen Rahmen für Stablecoins dar. Es führt strenge Reserveanforderungen ein, verbietet renditeträchtige Stablecoins und bindet die Emittenten tief in das US-Finanzsystem ein. CertiK merkt an, dass dies das Vertrauen der Institutionen stärken und zusätzliches Kapital anziehen könnte, aber es schafft auch einen separaten US-Liquiditätspool, der zunehmend vom Rest der Welt, insbesondere der EU, abgekoppelt wird.
Die MiCA-Verordnung der EU, die ebenfalls renditetragende Stablecoins verbietet und eine sofortige Rückzahlung zum Nennwert vorschreibt, zieht eine andere Welle der Kritik nach sich. Eine der umstrittensten Regeln sieht vor, dass Emittenten die meisten Rücklagen bei Banken mit Hauptsitz in der EU halten müssen. Der CEO von Tether, Paolo Ardoino, hat dies als potenziell gefährlich bezeichnet und darauf hingewiesen, dass europäische Banken mit Teilreserven arbeiten und Einlagen verleihen, wodurch Stablecoins den traditionellen Bankrisiken ausgesetzt sind.
Anastasija Plotnikova von Fideum fügt hinzu, dass strenge EU-Vorschriften dominante Akteure stärken und die Eintrittskosten erhöhen könnten, was den Markt in Richtung Konsolidierung treiben und Innovationen einschränken würde.
CertiK betont, dass weder die US- noch die EU-Politiker die globale Fungibilität von Stablecoins erhalten wollen. Die USA konzentrieren sich auf die Stärkung der Dollar-Dominanz, während Europa der Bankenstabilität und -aufsicht Vorrang einräumt. Diese divergierenden Ziele prägen die Entstehung zweier unterschiedlicher Marktökosysteme.
Der US-Ansatz hat auch geopolitisches Gewicht. Finanzminister Scott Bessent hat erklärt, dass die USA die Stablecoin Regulierung als Instrument zur Aufrechterhaltung des globalen monetären Einflusses nutzen werden - eine Haltung, die die Kluft zu Europa vergrößert.
CertiK erwartet, dass die Liquiditätsströme zunehmend regionalisiert werden. Die Fragmentierung kann die Kosten für die grenzüberschreitende Abwicklung erhöhen, die Infrastruktur verkomplizieren und Möglichkeiten für regionale Arbitrage schaffen. Digitale Vermögenswerte, die ursprünglich für den globalen Markt konzipiert waren, werden zu Produkten, die an eine bestimmte Gerichtsbarkeit gebunden sind.
Nach Ansicht von CertiK wird das Jahr 2025 ein Wendepunkt sein. Anstelle eines globalen Marktes für Stablecoins werden zwei getrennte Systeme entstehen, die nicht nur von wirtschaftlichen, sondern auch von geopolitischen Ambitionen geprägt sind.
Quellen:
https://www.todayonchain.com/news/article/01KBMVJEQPKKEYZHH8M3GTQTX9/
https://www.cryptopolitan.com/imf-sets-stablecoin-risk-principles/