BITmarkets Team
Dec 23, 2025
Der am 20. Dezember eingebrachte Gesetzentwurf wird von dem Republikaner Max Miller aus Ohio und dem Demokraten Steven Horsford aus Nevada unterstützt. Ziel ist es, den Internal Revenue Code von 1986 zu modernisieren, um den Realitäten digitaler Vermögenswerte und moderner Finanzinfrastrukturen Rechnung zu tragen.
Nach Ansicht von Miller hat das US-Steuersystem nicht mit der technologischen Innovation Schritt gehalten. Der Vorschlag zielt darauf ab, klarere Regeln zu schaffen, die Fairness zu verbessern und die Einhaltung der Steuergesetze im gesamten Krypto-Sektor zu stärken.
Eine der bemerkenswertesten Bestimmungen des Gesetzentwurfs ist eine Kapitalertragssteuerbefreiung für Stablecoin-Zahlungen von geringem Wert. Transaktionen von bis zu 200 Dollar wären von der Steuer befreit, vorausgesetzt, die Stablecoins sind an den US-Dollar gekoppelt, werden aktiv gehandelt und von staatlich regulierten Institutionen ausgegeben.
Diese Änderung würde den Verwaltungsaufwand für alltägliche Stablecoin-Zahlungen erheblich reduzieren, da die Notwendigkeit entfällt, die steuerlichen Konsequenzen für geringfügige Transaktionen zu berechnen. Der Gesetzgeber argumentiert, dass der derzeitige Rahmen eine breitere Akzeptanz von Kryptowährungen verhindert, da kleine digitale Zahlungen anders behandelt werden als herkömmliche Zahlungen.
Der Vorschlag befasst sich auch mit der Besteuerung von Einsätzen und Mining-Belohnungen, bei denen häufig sogenannte Phantomeinkünfte entstehen. Nach den derzeitigen Vorschriften müssen Nutzer unter Umständen Steuern auf Belohnungen zahlen, die sie nicht verkauft oder in Fiat-Währung umgewandelt haben.
Der Digital Asset PARITY Act würde es Steuerzahlern ermöglichen, die Besteuerung von Staking- und Mining-Belohnungen bis zu fünf Jahre aufzuschieben, oder bis die Vermögenswerte tatsächlich verkauft werden. Diese Änderung käme langfristigen Inhabern, Netzwerk-Validierern und Blockchain-Entwicklern zugute und würde die Besteuerung von Kryptowährungen an die Grundsätze angleichen, die bereits für herkömmliche Investitionen gelten.
Neben Steuererleichterungen sieht der Gesetzentwurf auch eine strengere Aufsicht für aktive Händler vor. Er würde die Regeln für den "Wash Sale" auf Kryptowährungen ausweiten, um zu verhindern, dass Händler durch schnelle Verkäufe und Rückkäufe derselben Vermögenswerte künstliche Steuerverluste generieren.
Die Gesetzgebung ermöglicht auch die Einführung einer Mark-to-Market-Bilanzierung für aktive Kryptohändler, die eine jährliche Meldung von Gewinnen und Verlusten auf der Grundlage des aktuellen Marktwerts erfordert. Darüber hinaus erweitert der Gesetzentwurf die Doktrin des konstruktiven Verkaufs auf digitale Vermögenswerte und zielt damit auf fortschrittliche, auf Derivaten basierende Steueraufschubstrategien ab.
Der Vorschlag enthält Bestimmungen, die sich auf die Krypto-Kreditvergabe auswirken und bestimmten Krediten möglicherweise eine nicht steuerpflichtige Behandlung ähnlich wie bei Wertpapieren gewähren. NFTs und illiquide Token sind jedoch ausdrücklich ausgenommen, um Missbrauch zu verhindern.
Ein weiteres bemerkenswertes Element sind erweiterte Steuervorteile für ausländische Investoren, die Kryptowährungen über in den USA ansässige Makler handeln. Die meisten Bestimmungen würden unmittelbar nach ihrer Verabschiedung in Kraft treten, mit Ausnahme der Stablecoin-Zahlungsbefreiung, die für Steuerjahre gelten würde, die nach dem 31. Dezember 2025 beginnen.
Während sich der Digital Asset PARITY Act noch in der Diskussionsphase befindet, signalisiert er einen Wandel in der Art und Weise, wie der US-Gesetzgeber die Besteuerung von Kryptowährungen angeht. Anstatt stückweise Anpassungen vorzunehmen, zielt der Vorschlag darauf ab, einen umfassenden Rahmen zu schaffen, der die Nutzer schützt, Klarheit für die Investoren schafft und die Möglichkeiten für Steuerarbitrage begrenzt. Wenn er verabschiedet wird, könnte er einen wichtigen Meilenstein bei der Integration von Kryptowährungen in das US-Steuersystem darstellen.
Quellen: