Über 200 Krypto-Unternehmen fordern den Senat auf, den CLARITY Act zu verabschieden

BITmarkets Team

Jun 09, 2026

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SENATE
Mehr als 200 Kryptowährungsunternehmen und Branchenverbände haben den US-Senat aufgefordert, den CLARITY Act voranzutreiben, und davor gewarnt, dass weitere Verzögerungen dessen Chancen auf eine Verabschiedung gefährden könnten.

In einem am Montag von der Krypto-Interessengruppe „Stand With Crypto“ veröffentlichten Brief forderten Branchenvertreter den Mehrheitsführer des Senats, John Thune, und den Minderheitsführer, Chuck Schumer, auf, „den Clarity Act unverzüglich im Senat zur Abstimmung zu bringen“. Die Unterzeichner argumentierten, dass der Gesetzentwurf das Ergebnis umfangreicher parteiübergreifender Verhandlungen sei und nun die Möglichkeit erhalten sollte, den Senat zu durchlaufen.

Dem Schreiben zufolge folgte die Zustimmung des Senatsbankausschusses zu dem Gesetzentwurf im vergangenen Monat auf „monatelange ernsthafte, parteiübergreifende Arbeit“, und die Gesetzgeber sollten „auf dieser Dynamik aufbauen und den Mitgliedern die Möglichkeit geben, eine dauerhafte Gesetzgebung zur Marktstruktur voranzubringen“.

Der CLARITY Act zielt darauf ab, klarere regulatorische Grenzen zwischen der Securities and Exchange Commission (SEC) und der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) bei der Aufsicht über digitale Vermögenswerte zu schaffen.

Industrie und Bankenverbände streiten über zentrale Bestimmungen

Trotz Fortschritten kam es bei der Gesetzgebung wiederholt zu Verzögerungen, da Gesetzgeber, Regulierungsbehörden und Interessenvertreter der Branche weiterhin über mehrere umstrittene Bestimmungen debattieren. Ein wesentlicher Streitpunkt betrifft Stablecoin-Renditeprodukte. Bankenverbände drängen auf Beschränkungen, die Krypto-Plattformen daran hindern sollen, verzinsliche Stablecoins anzubieten, während Krypto-Befürworter sich für einen stärkeren Schutz für Entwickler einsetzen, die dezentrale Blockchain-Anwendungen erstellen. Diese Meinungsverschiedenheiten haben monatelange Verhandlungen ausgelöst und das Vorankommen des Gesetzentwurfs im Kongress verlangsamt.

Der Brief wurde von mehreren führenden Branchenorganisationen unterzeichnet, darunter Stand With Crypto, die Blockchain Association, The Digital Chamber und der Crypto Council for Innovation. Die Gruppen argumentierten, dass die Verabschiedung des Gesetzes dazu beitragen würde, Arbeitsplätze, Investitionen und Innovationen in den Vereinigten Staaten zu erhalten und gleichzeitig die Position des Landes im globalen Sektor für digitale Vermögenswerte zu stärken.

„Die Märkte für digitale Vermögenswerte sind global, wachsen und sind von zentraler Bedeutung für die Zukunft der Finanzinfrastruktur“, hieß es in dem Brief.

„Die Frage, vor der der Kongress steht, ist, ob diese Zukunft in den Vereinigten Staaten gestaltet wird – unter US-Recht, US-Aufsicht und amerikanischen Werten – oder ob sie sich weiter in Offshore-Länder mit geringerer Transparenz, schwächerem Verbraucherschutz und begrenzter Rechenschaftspflicht verlagert.“

Die Zeit vor der Wahlsaison wird knapp

Der Drang zum Handeln entsteht vor dem Hintergrund wachsender Bedenken, dass sich das legislative Zeitfenster für die Verabschiedung des CLARITY Act verengen könnte. Der Senat hat vor den Zwischenwahlen im November noch keine Zeit für die Debatte über den Gesetzentwurf im Plenum vorgesehen, was einige Analysten dazu veranlasst, ihre Erwartungen hinsichtlich einer Verabschiedung in diesem Jahr zurückzuschrauben.

Am Freitag senkte Galaxy Digital seine geschätzte Wahrscheinlichkeit für eine Verabschiedung des Gesetzes im Jahr 2026 von 75 % auf 60 % und verwies dabei auf zunehmende terminliche Herausforderungen. Laut Galaxy muss der Gesetzentwurf wahrscheinlich noch vor der Sommerpause der Gesetzgeber Ende Juli vom Senat gebilligt werden. „Danach schließt sich das Zeitfenster praktisch“, so das Unternehmen.

Verbleibende Hürden vor der Abstimmung im Senat

Es müssen noch mehrere verfahrenstechnische und politische Hürden genommen werden, bevor der Gesetzentwurf zur endgültigen Abstimmung kommen kann. Der Landwirtschaftsausschuss und der Bankenausschuss des Senats haben jeweils eigene Versionen des Gesetzentwurfs verabschiedet, die sich auf Rohstoff- und Wertpapiervorschriften beziehen. Diese Versionen müssen nun zu einem einheitlichen Vorschlag zusammengeführt werden, bevor die Debatte im Senat beginnen kann.

Die Gesetzgeber haben zudem weitere Bereiche identifiziert, in denen Änderungen erforderlich sind, darunter Ethikregeln und Maßnahmen zur Bekämpfung illegaler Finanzaktivitäten. Diese Themen gelten als entscheidend für die Sicherung der 60 Stimmen, die erforderlich sind, um den Gesetzentwurf ohne langwierige verfahrenstechnische Verzögerungen voranzubringen. Senatorin Cynthia Lummis, eine der wichtigsten Befürworterinnen des Gesetzentwurfs, erklärte am Mittwoch gegenüber CNBC, dass die Gesetzgeber aktiv daran arbeiten, Bedenken in Bezug auf Ethik und illegale Finanzgeschäfte auszuräumen, die andernfalls die Unterstützung untergraben könnten.

Galaxy Digital merkte jedoch an, dass es bislang keine Anzeichen dafür gebe, dass die Verhandlungen wesentlich vorangekommen seien oder dass die noch bestehenden Meinungsverschiedenheiten vollständig ausgeräumt worden seien. Daher bestehe weiterhin Unsicherheit darüber, ob der CLARITY Act den Senat erreichen und die Zustimmung erhalten kann, bevor der Gesetzgebungskalender zunehmend durch die Prioritäten des Wahljahres eingeschränkt wird.

Quellen:

https://cointelegraph.com/news/over-200-crypto-firms-push-senate-to-pass-clarity-act

https://x.com/standwithcrypto/status/2063931587163513258

Schlagworte: Crypto News Regulation Stablecoins
Last Updated: Jul 06, 2026