BITmarkets Team
Jan 13, 2026
Laut der Tageszeitung The Nation konzentrieren sich die Maßnahmen auf Sektoren, die kriminelle Netzwerke seit langem nutzen, um Werte außerhalb des Bankensystems zu bewegen und zu speichern – in erster Linie Goldbarren, Online-Goldhandelsplattformen und Kryptowährungen.
Ein Schlüsselelement der neuen Strategie ist die Schaffung eines nationalen Rechenzentrums, das eine Echtzeit-Überwachung von Bedrohungen, die Entwicklung von Risikoprofilen für verdächtige Transaktionen und die Integration von Daten sowohl aus traditionellen als auch aus digitalen Vermögenswerten ermöglicht. Die Regierung erklärt, dass diese Maßnahme eine Reaktion auf die sich ständig weiterentwickelnden Methoden der Finanzkriminalität ist, bei denen physische Rohstoffe zunehmend mit modernen Technologien kombiniert werden.
Auf dem physischen Goldmarkt wurde das thailändische Amt für Geldwäschebekämpfung damit beauftragt, die Schwelle für die Meldepflicht von Transaktionen zu senken. Derzeit ist eine Meldung nur für Transaktionen erforderlich, die 2 Millionen Thai-Baht oder etwa 63.000 US-Dollar übersteigen.
Die Behörden gehen davon aus, dass Straftäter ihre Käufe absichtlich in kleinere Beträge aufteilen, um einer Aufdeckung zu entgehen. Die Regulierungsbehörden erwägen daher, die Meldepflichtgrenze zu senken, strengere Kontrollen für Online-Goldhandelsplattformen einzuführen und neue Steuern für diesen Sektor zu erheben. Ziel ist es, zu verhindern, dass Gold zu einem anonymen Wertspeicher wird, der sich der Kontrolle des Staates entzieht.
Im digitalen Bereich hat die Regierung die thailändische Börsenaufsichtsbehörde angewiesen, die sogenannte Travel Rule – einen globalen Standard zur Bekämpfung der Geldwäsche – strikt durchzusetzen. Die Regel verpflichtet lizenzierte Krypto-Dienstleister, Identifizierungsdaten sowohl des Absenders als auch des Empfängers von Transaktionen zu erfassen und diese Daten zusammen mit der Überweisung zu übermitteln, insbesondere bei Bewegungen zwischen Wallets, die über Börsen abgewickelt werden.
Die verfügbaren Informationen deuten nicht darauf hin, dass Thailand plant, selbstverwaltete Wallets zu verbieten. Die Verpflichtungen gelten für regulierte Intermediäre – Börsen und Anbieter von verwahrten Wallets. Dennoch könnte eine strengere Durchsetzung indirekte Auswirkungen auf die täglichen Nutzer haben. Börsen könnten eine gründlichere Überprüfung einführen, zusätzliche Informationen für Auszahlungen verlangen oder die Regeln für ausgehende Transaktionen an selbstverwaltete Wallets verschärfen, um die Meldepflichten zu erfüllen.
Thailand gehört zu den Ländern in Südostasien mit dem strukturiertesten Ansatz in Bezug auf Kryptowährungen. Vor Jahren führte es einen umfassenden Regulierungsrahmen ein, der Börsen, Broker und Händler unter die Aufsicht der staatlichen Regulierungsbehörde stellte.
Im Jahr 2024 gingen die Behörden gegen Werbung für Kryptowährungen vor und warnten Börsen vor der „Glamourisierung” von Investitionen. Unternehmen müssen nun die Richtigkeit ihrer Marketingaussagen belegen. Am 9. April dieses Jahres nahm das Land auch ausländische P2P-Plattformen ins Visier und verschärfte die Maßnahmen gegen digitale Kriminalität.
Das derzeitige Vorgehen gegen „graues Geld” markiert jedoch einen tieferen Wandel. Kryptowährungen werden auf die gleiche Stufe wie Gold gestellt. Sie werden nicht mehr als exotische Technologie am Rande der Regulierung behandelt, sondern als ein standardmäßiger Finanzkanal, der denselben datengestützten Aufsichts- und Kontrollmechanismen unterliegt wie traditionelle Vermögenswerte.
Für den normalen Nutzer ist die Botschaft klar: In Thailand sind Kryptowährungen endgültig in den finanziellen Mainstream eingetreten – mit allen damit verbundenen Vorteilen und Verpflichtungen.
Quellen:
https://www.nationthailand.com/news/policy/40060994
https://www.bakermckenzie.com/en/insight/publications/guides/guide-to-cryptocurrency-in-thailand