Südkorea verzögert Stablecoin-Regulierung

BITmarkets Team

Dec 30, 2025

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30.12.25.03
Die Regulierung von Kryptowährungen in Südkorea ist ins Stocken geraten. Es ist unwahrscheinlich, dass ein lang erwartetes Gesetz über digitale Vermögenswerte, das strenge Regeln für Stablecoins und andere Krypto-Dienste einführen soll, dieses Jahr verabschiedet wird. Grund für die Verzögerung ist ein Streit zwischen den wichtigsten Institutionen darüber, welche Unternehmen diese digitalen Währungen ausgeben dürfen.

Nach einem Bericht von Yonhap wurde der von der Finanzdienstleistungskommission (FSC) ausgearbeitete Digital Asset Basic Act auf mindestens nächstes Jahr verschoben.

Strenge Rücklagen- und Haftungsanforderungen

Die vorgeschlagene Gesetzgebung würde die Anforderungen für Stablecoin-Emittenten erheblich verschärfen. Dem Entwurf zufolge müssten die Rücklagen ausschließlich in Bankeinlagen oder Staatsanleihen gehalten werden, wobei 100 % der Rücklagen unabhängigen Verwahrern wie Banken anvertraut werden müssten.

Das Ziel ist es, Szenarien zu verhindern, in denen der Konkurs eines Emittenten die Anleger gefährden könnte - ein Risiko, das durch mehrere hochkarätige Krypto-Zusammenbrüche in den letzten Jahren deutlich wurde.

Das Gesetz würde auch Krypto-Dienstleistern neue Verpflichtungen auferlegen, einschließlich strengerer Offenlegungsvorschriften, standardisierter Geschäftsbedingungen und strengerer Werbevorschriften. Im Falle von Hacks oder technischen Ausfällen könnten die Anbieter verschuldensunabhängig für Schäden haftbar gemacht werden.

Wer darf Stablecoins ausgeben?

Der zentrale Streitpunkt ist die Frage, wer zur Ausgabe von Stablecoins berechtigt sein soll. Die Bank of Korea argumentiert, dass Emittenten auf Unternehmen beschränkt werden sollten, an denen Banken mindestens 51 % der Anteile halten, und führt dabei Bedenken hinsichtlich der Finanzstabilität an.

Die FSC lehnt diesen Ansatz ab und warnt, dass starre Eigentumsgrenzen Technologieunternehmen ausschließen und Innovationen im Kryptosektor ersticken würden. Die Regulierungsbehörden sollten einen flexibleren Rahmen schaffen, anstatt die Ausgabe auf traditionelle Finanzinstitute zu beschränken.

Die Uneinigkeit erstreckt sich auch auf die Lizenzierung. Während die Bank of Korea die Schaffung einer neuen Aufsichtsbehörde für Stablecoin-Emittenten befürwortet, hält die FSC dies für unnötig und weist darauf hin, dass sie bereits als gesetzlich vorgeschriebene Behörde fungiert, in der sowohl die Zentralbank als auch das Finanzministerium vertreten sind.

Politische Reaktion und Prioritäten des Präsidenten

Auch die politische Arena hat sich zu Wort gemeldet. Die regierende Demokratische Partei bereitet einen eigenen Gesetzesentwurf vor, um verschiedene Gesetzesinitiativen zu digitalen Vermögenswerten zu konsolidieren.

Stablecoins sind nach der Wahl von Präsident Lee Jae Myung zu einem politisch brisanten Thema geworden, der die Entwicklung von Won-gebundenen Stablecoins zu einer politischen Priorität gemacht hat. Sein erklärtes Ziel ist es, die monetäre Souveränität in einer Zeit zu schützen, in der an den US-Dollar gebundene Stablecoins die globalen Märkte dominieren.

Die zweite Säule der Krypto-Regulierung

Das Digital Asset Basic Act stellt die zweite Phase des umfassenderen Krypto-Regulierungsrahmens in Südkorea dar. Das erste Paket, das im Juli 2023 verabschiedet und ein Jahr später umgesetzt wurde, konzentriert sich auf die Eindämmung von Marktmanipulationen und Insiderhandel.

Ob Südkorea ein Gleichgewicht zwischen Anlegerschutz und Innovation herstellen kann, bleibt ungewiss. Klar ist jedoch, dass eine umfassende Stablecoin-Regulierung kommen wird - nur langsamer, als es sich die Politiker ursprünglich vorgestellt hatten.

Quellen:

https://www.yna.co.kr/view/AKR20251229154700002?section=market-plus/cryptocurrency

https://www.theblock.co/post/383938/south-koreas-stablecoin-framework-deadlock

Schlagworte: Crypto News
Last Updated: Jul 06, 2026