BITmarkets Team
Dec 17, 2025
Die spanische Nationale Wertpapiermarktkommission (CNMV - Comisión Nacional del Mercado de Valores) hat ein umfassendes Frage-und-Antwort-Dokument veröffentlicht, in dem dargelegt wird, was Anbieter von Krypto-Asset-Dienstleistungen (CASPs) tun müssen, um weiterhin legal in Spanien tätig zu sein. Für die Marktteilnehmer ist die Botschaft eindeutig: Entweder sie erhalten eine Zulassung nach MiCA oder sie stellen den Betrieb ein.
Die CNMV führt die Unternehmen durch den Zulassungsprozess und erklärt, welche Unternehmen unter MiCA fallen und wie die nationalen Verfahren Spaniens mit dem EU-Rahmenwerk zusammenwirken. In dem Dokument wird erläutert, wie Unternehmen mit bereits laufenden Anträgen umgehen sollten, welche Informationen einzureichen sind und wie die Regulierungsbehörde grenzüberschreitende Tätigkeiten während des Übergangs bewerten wird.
Die Leitlinien erläutern auch die Wechselwirkung zwischen MiCA und den bereits bestehenden spanischen Vorschriften, einschließlich der Fälle, in denen CASPs sowohl nationale als auch EU-weite Anträge stellen müssen. Die Regulierungsbehörde betont, dass Meldungen im Zusammenhang mit der Zulassung ein echtes rechtliches Gewicht haben - Verzögerungen oder unvollständige Einreichungen können das Recht eines Unternehmens auf Weiterbetrieb gefährden.
Unter MiCA können die EU-Mitgliedstaaten bestehenden Anbietern erlauben, während einer Übergangszeit bis zum 1. Juli 2026 oder bis zur Erteilung oder Verweigerung der Zulassung tätig zu sein. Spanien hat sich für ein deutlich kürzeres Zeitfenster entschieden, das am 30. Dezember 2025 endet. Nach diesem Datum dürfen nur noch vollständig zugelassene CASPs Dienstleistungen im Land anbieten.
Diese Entscheidung zwingt in Spanien tätige Kryptounternehmen, ihre Vorbereitungen auf die Einhaltung der Vorschriften zu beschleunigen. Ob Firmen auf dem Markt bleiben oder ihn verlassen, wird davon abhängen, wie schnell sie die neuen regulatorischen Anforderungen erfüllen können.
MiCA ist nicht die einzige kryptobezogene Regelung, die derzeit in Spanien diskutiert wird. In den letzten Wochen hat die linke Sumar-Fraktion Änderungsanträge eingebracht, die darauf abzielen, drei wichtige Steuergesetze zu reformieren, die Kryptowährungen betreffen, darunter das allgemeine Steuergesetz, das Einkommenssteuergesetz und das Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz.
Der Vorschlag würde die Besteuerung von Kryptogewinnen ändern und Gewinne aus Vermögenswerten, die keine Finanzinstrumente sind, in die allgemeine Einkommenssteuerklasse verschieben. Dadurch würde der Spitzensteuersatz für Privatpersonen auf 47 % angehoben, verglichen mit dem derzeitigen Spartarif von 30 %, während für Unternehmen eine Pauschalsteuer von 30 % festgelegt würde.
Sumar hält 26 der 350 Sitze im spanischen Abgeordnetenhaus und ist Juniorpartner in der Regierungskoalition. Die Gruppe hat auch ein visuelles "Risiko-Ampelsystem" für Kryptowährungen vorgeschlagen, das auf Anlegerplattformen angezeigt werden soll. Angesichts des geringen politischen Gewichts von Sumar bleibt die Zustimmung zu diesen Maßnahmen jedoch ungewiss.
Quellen:
https://bravenewcoin.com/insights/spain-sets-clear-path-for-crypto-platforms-under-new-eu-rules
https://financefeeds.com/spains-cnmv-lays-out-mica-rules-tells-crypto-firms-comply-or-quit/
https://www.cnmv.es/portal/mica/regulacion-criptoactivos?lang=en
https://cointelegraph.com/news/spain-crypto-tax-proposal-bitcoin-risk-system