BITmarkets Team
Nov 28, 2025
Das Crypto-Asset Reporting Framework (CARF), ein internationaler Standard, der im Rahmen der OECD geschaffen wurde, um die Steuerhinterziehung bei digitalen Vermögenswerten einzudämmen, sollte ursprünglich Anfang 2026 in der Schweiz eingeführt werden. Die Regierung bestätigt nun, dass der tatsächliche Datenaustausch verschoben wird.
Der Bundesrat und das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen erklärten, dass die gesetzliche Verabschiedung wie geplant erfolgen wird, die Umsetzung aber nicht vor 2027 beginnen kann. Die Verschiebung folgt auf festgefahrene Gespräche in einem Steuerausschuss der Regierung, der entscheiden soll, mit welchen Partnerstaaten die Schweiz Daten austauschen wird.
Neben der Ankündigung schlug die Regierung mehrere Anpassungen der lokalen Steuervorschriften in Bezug auf Krypto-Assets vor. Ziel ist es, den Übergang zu den künftigen CARF-Verpflichtungen zu erleichtern und den Unternehmen mehr Zeit zur Vorbereitung zu geben. Die Übergangsmaßnahmen sollen den Verwaltungsaufwand für in der Schweiz tätige Börsen, Verwahrungsanbieter und Fintech-Startups verringern.
Der Bundesrat hatte zuvor angegeben, dass der erste Datenaustausch im Jahr 2027 stattfinden würde. Nach der neuen Verzögerung ist selbst dieser Zeitplan ungewiss.
Den OECD-Dokumenten zufolge planen 75 Länder, CARF innerhalb der nächsten zwei bis vier Jahre zu übernehmen. Zu den Abwesenden gehören Argentinien, El Salvador, Vietnam und Indien.
Das Interesse an einer standardisierten Berichterstattung nimmt weiter zu. Brasilien hat kürzlich angedeutet, dass es eine Steuer auf internationale Kryptotransfers einführen könnte, um die lokalen Vorschriften an CARF anzugleichen. Und das Weiße Haus hat einen IRS-Vorschlag geprüft, der den Weg für einen CARF-Beitritt der Vereinigten Staaten ebnen könnte, insbesondere um die Meldevorschriften für Krypto-Gewinne, die an ausländischen Börsen erzielt wurden, zu verschärfen.
Für den normalen Anleger ändert sich noch nichts. Die Schweiz wird CARF zwar in Kraft setzen, aber der Datenaustausch wird verschoben. Dies schafft eine längere Zeit der Unsicherheit für ausländische Steuerbehörden und Krypto-Unternehmen, die sich auf den neuen Rahmen vorbereiten.
Gleichzeitig unterstreicht die Verzögerung den wachsenden internationalen Druck für eine transparentere Krypto-Berichterstattung. Sobald die Schweiz beginnt, Daten auszutauschen, ist eine strengere Aufsicht über grenzüberschreitende Transaktionen und die Einhaltung von Steuervorschriften wahrscheinlich.
Quellen:
https://www.news.admin.ch/en/newnsb/oAaJyRFS1lqJ7PN3sLJTP
https://www.oecd.org/content/dam/oecd/en/networks/global-forum-tax-transparency/commitments-carf.pdf