BITmarkets Team
Oct 30, 2025
Da Unternehmen neue Technologien wie Krypto und KI einführen, müssen Regierungen weltweit ihre bestehenden Gesetze überarbeiten, um den Unternehmen Rechnung zu tragen, die sich immer mehr auf Maschinen und immer weniger auf Menschen verlassen werden. Regulierungen werden auch von den Teilnehmern der Kryptomärkte gefordert.
In einem Umfeld knapper werdender Margen und verschärften Wettbewerbs ist Rendite nicht mehr optional - sie ist zu einer Notwendigkeit geworden. So sieht James Harris, Group CEO von Tesseract, die nahe Zukunft der Kryptomärkte.
"Diese Goldrausch-Mentalität verdeckt eine entscheidende Wahrheit, die die Zukunft der Branche bestimmt: Nicht alle Renditen sind gleich. Die Besessenheit des Marktes von Schlagzeilenrenditen führt dazu, dass Institutionen katastrophale Verluste erleiden können. Protokolle werben mit zweistelligen Renditen, zentralisierte Plattformen preisen einfache "Rendite"-Produkte an. Marktplätze versprechen sofortigen Zugang zu Kreditnehmern. Diese Angaben sind für seriöse Institute keine netten Kleinigkeiten, sondern Spielregeln, die die Grenze zwischen treuhänderischer Verantwortung und inakzeptablem Risiko markieren", fasst Harris die aktuellen Merkmale einiger Teile des Finanzmarktes zusammen.
Harris ist besorgt über die Qualität des regulatorischen Rahmens des Krypto-Asset-Sektors. Und er ist nicht allein. Jeremy Allaire, CEO des Stablecoin-Giganten Circle, warnte, dass die Regierungen der schnellen Entwicklung von KI und dezentralisierten Finanzen hinterherhinken.
"Die meisten unserer Rechtssysteme sind nicht auf die Idee ausgelegt, dass ein Unternehmen selbst vollständig von Maschinen im Internet betrieben wird. Ich glaube, dass in den nächsten fünf Jahren - und sicherlich in den nächsten fünf bis zehn Jahren - fast jedes Rechtssystem der Welt ein maschinengesteuertes Wirtschaftssystem sein muss", sagte Allaire auf dem Fortune Global Forum, das kürzlich stattfand. Seiner Meinung nach muss das internationale Recht aktualisiert werden.
James Harris sieht den ersten Schritt zu einer solchen Aktualisierung in der bereits verabschiedeten europäischen Richtlinie, die als MiCA (Markets in Crypto-Assets) bekannt ist. Die Richtlinie tritt im Dezember 2024 in Kraft. "Diese regulatorische Klarheit ist wichtig, denn MiCA ist mehr als nur ein Compliance-Kästchen zum Ankreuzen; es stellt die Mindestschwelle dar, die Institutionen verlangen werden. Die überwiegende Mehrheit der Renditeanbieter im Kryptobereich arbeitet jedoch ohne Aufsicht, so dass die Institute regulatorischen Lücken ausgesetzt sind, die sich als kostspielig erweisen könnten", sagte Harris.
Seiner Meinung nach gehört die Zukunft einer bestimmten Art von Kryptoanlagen-Anbietern: "Diejenigen, die attraktive, vertretbare, konforme und auf transparenten Risikomanagementprinzipien basierende Renditen liefern. Der Markt ist dabei, sich in diese Richtung zu entwickeln. Die Auswirkungen werden die gesamte Krypto-Rendite-Landschaft umgestalten", schloss Harris.
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