BITmarkets Team
Nov 26, 2025
Nach Angaben der Korea JoongAng Daily ist die Bank of Korea (BOK) mit den Regulierungsbehörden aneinandergeraten, nachdem sie darauf bestanden hatte, dass Banken mindestens 51 % aller Emittenten von auf Won lautenden Stablecoins besitzen. Die Zentralbank argumentiert, dass Banken bereits unter strenger Aufsicht arbeiten.
"Banken sind am besten positioniert, um als Mehrheitsaktionäre von Stablecoin-Emittenten zu dienen", sagte ein Beamter der Zentralbank laut lokalen Medien.
Die Regulierungsbehörden bevorzugen jedoch ein offeneres Modell, das die Beteiligung von Fintech- und Tech-Unternehmen erlaubt. Sie warnen davor, dass eine zu große Kontrolle durch die Banken die Innovation bremsen und den Wettbewerb einschränken könnte.
Die BOK argumentiert, dass die Erlaubnis für Nicht-Bank-Unternehmen, Stablecoins auszugeben, zu einem "Narrow Banking" führen würde - einer Situation, in der Firmen tatsächlich Geld ausgeben und Zahlungsdienste anbieten, ohne die Vorschriften des Finanzsektors zu erfüllen. Dies würde den Vorschriften widersprechen, die es Industrieunternehmen verbieten, Banken zu besitzen.
Die Zentralbank warnt auch vor einer möglichen Marktmonopolisierung. Wenn große Technologieplattformen Stablecoins ausgeben, könnten sie eine übermäßige Macht über die Zahlungsinfrastruktur des Landes erlangen.
Drei konkurrierende Gesetzesentwürfe und ein Streit über die Zinsen
Der Druck wächst. Die südkoreanische Nationalversammlung prüft drei konkurrierende Gesetzentwürfe: zwei von der regierenden Demokratischen Partei Koreas (DPK) und einen von der oppositionellen Partei der Volksmacht (PPP) eingebracht.
Alle drei verlangen ein Mindestkapital von 5 Milliarden Won (etwa 3,4 Millionen Dollar). Sie unterscheiden sich jedoch in der Frage, ob Stablecoin-Emittenten Zinsen auf eingezahlte Gelder zahlen dürfen. Ein Gesetzentwurf erlaubt es, zwei verbieten es.
Die Position der BOK ist nicht neu. Im Juni 2025 forderte Vizegouverneur Ryoo Sangdai, dass Banken die Hauptemittenten von Stablecoins sein sollten. Und Südkoreas Großbanken bereiten sich entsprechend vor: Acht der größten Institute des Landes - von KB Kookmin bis Citi Korea - planen, im Jahr 2026 einen gemeinsamen Won-basierten stablecoin auf den Markt zu bringen.
Stabile Kryptowährungen, die an nationale Währungen gekoppelt sind, werden weltweit als wichtige Brücke zwischen dem traditionellen Finanzwesen und dem Blockchain-Ökosystem angesehen. In Südkorea bleibt ihre Zukunft jedoch ungewiss.
Wenn sich die Regulierungsbehörden nicht auf die Rolle der Banken einigen können, könnte das Land 2026 ohne einen einheitlichen Rechtsrahmen antreten - und das in einer Zeit, in der das Interesse an stabilen Münzen bei lokalen Tech-Unternehmen und Finanzinstituten steigt.
Für alltägliche Nutzer ist eines klar: Stabile digitale Vermögenswerte, die an den koreanischen Won gekoppelt sind, werden nicht so bald kommen. Aber sobald der Rahmen fertiggestellt ist, könnte Südkorea ein wichtiger Akteur in der globalen Entwicklung regulierter stablecoins werden.
Quellen:
https://www.mt.co.kr/stock/2025/08/18/2025081814274345992
https://www.econovill.com/news/articleView.html?idxno=700880