BITmarkets Team
Jan 07, 2026
Die südkoreanischen Finanzbehörden prüfen derzeit, ob Regulierungsbehörden die Möglichkeit erhalten sollen, Krypto-Transaktionen im Zusammenhang mit mutmaßlichen Preismanipulationen vorübergehend zu sperren, bevor Gelder bewegt oder gewaschen werden.
Die Finanzdienstleistungskommission prüft derzeit ein Zahlungssperrsystem, das es den Behörden ermöglichen würde, Krypto-Konten in einer frühen Phase der Ermittlungen einzufrieren. Der Vorschlag würde die Durchsetzung der Vorschriften für den Krypto-Markt stärker an die Regeln für den Aktienmarkt angleichen, wo die Regulierungsbehörden bereits die Befugnis haben, Konten, die im Verdacht der Manipulation stehen, zu sperren, bevor Gewinne abgezogen werden.
Derzeit benötigen die Behörden in der Regel gerichtliche Anordnungen, um digitale Vermögenswerte zu beschlagnahmen oder einzufrieren. Dieser Prozess kann Zeit in Anspruch nehmen und gibt Verdächtigen oft die Möglichkeit, Gelder außerhalb der Reichweite der Aufsichtsbehörden zu transferieren, was ein schnelles Eingreifen erschwert.
Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen werden die Aufsichtsbehörden oft erst tätig, nachdem verdächtige Handelsaktivitäten bereits stattgefunden haben. Praktiken wie Front-Running, automatisierter Wash-Trading oder aggressive Kaufaufträge können zu hohen nicht realisierten Gewinnen führen, die schnell verschwinden, sobald Positionen geschlossen oder Vermögenswerte übertragen werden.
Die Anwendung von Sperren nach Art der Aktienmärkte auf den Krypto-Handel würde eine Verlagerung von reaktiver Durchsetzung zu präventiven Kontrollen bedeuten. Die Aufsichtsbehörden könnten bei Verdacht auf Manipulation eingreifen, anstatt auf die gerichtliche Genehmigung zu warten, nachdem die Gelder bereits transferiert wurden.
Für Börsen und Händler würde die vorgeschlagene Änderung höhere Compliance- und Überwachungsanforderungen mit sich bringen. Plattformen müssen möglicherweise ihre internen Überwachungssysteme verstärken, um verdächtige Aktivitäten zu erkennen, bevor die Aufsichtsbehörden eingreifen. Händler, die Hochfrequenzstrategien oder automatisierte Tools einsetzen, könnten einer genaueren Prüfung unterzogen werden, insbesondere in Zeiten geringer Liquidität oder starker Kursschwankungen.
Die Überprüfung findet statt, während Südkorea die zweite Phase seiner Krypto-Gesetzgebung vorbereitet. Während sich die erste Phase auf den Schutz der Nutzer und die Aufsicht über Börsen konzentrierte, wird erwartet, dass sich die nächste Phase mit Stablecoins und Marktmissbrauch befassen wird. Entwürfe für Vorschläge wurden noch nicht offiziell vorgelegt.
Die Diskussion über eine strengere Durchsetzung fällt mit einem starken Rückgang des südkoreanischen Kryptowährungsmarktes zusammen. Das Handelsvolumen ist Berichten zufolge im Vergleich zum Vorjahr um rund 80 % zurückgegangen, was auf eine rasche Veränderung der Anlegerstimmung in einem der aktivsten Märkte für digitale Vermögenswerte in Asien hindeutet.
Der Rückgang wird auf die Konsolidierung nach dem Bullenmarkt, strengere inländische Vorschriften, ein globales Risiko-off-Umfeld aufgrund höherer Zinssätze und das Verschwinden der sogenannten Kimchi-Prämie zurückgeführt. Der Begriff bezieht sich auf die Preisdifferenz, mit der Bitcoin und andere digitale Vermögenswerte in der Vergangenheit an südkoreanischen Börsen im Vergleich zu den globalen Märkten mit einem Aufschlag gehandelt wurden.
Einige Experten bezweifeln, dass eine Stärkung der Befugnisse der Regulierungsbehörden zu einer Stabilisierung des Marktes führen wird. Kritiker argumentieren, dass der regulatorische Rahmen in Südkorea bereits relativ streng ist und dass zusätzliche Maßnahmen die Compliance-Kosten weiter erhöhen könnten, ohne die zugrunde liegenden Ursachen der Volatilität zu beseitigen.
Quellen:
https://coinlaw.io/south-korea-crypto-payment-freeze-proposal/
https://cryptorank.io/ru/news/feed/20f7a-south-korean-crypto-trading-plummets