Korea öffnet Kryptowährungen wieder für Unternehmen

BITmarkets Team

Jan 12, 2026

3 min read
12.1.26.02
Südkorea bereitet eine grundlegende Änderung seiner Haltung gegenüber Kryptowährungen vor. Die Finanzaufsichtsbehörde des Landes, die Financial Services Commission (FSC), plant, ein 2017 eingeführtes Verbot aufzuheben, das Unternehmen daran hinderte, in digitale Vermögenswerte zu investieren. Laut Seoul Economic Daily könnte die Änderung bereits im Januar oder Februar in Kraft treten und nicht nur professionellen Anlegern, sondern auch börsennotierten Unternehmen den Zugang zum Krypto-Markt ermöglichen. Dies ist eine deutliche Kehrtwende gegenüber der Haltung während des Krypto-Booms 2017, als die Behörden institutionelle Beteiligungen aufgrund von Bedenken hinsichtlich Geldwäsche und finanzieller Instabilität untersagten. Ein hochrangiger FSC-Beamter erklärte, dass „die endgültigen Richtlinien im Januar oder Februar veröffentlicht werden und juristischen Personen Transaktionen mit virtuellen Währungen zu Investitions- und Finanzzwecken ermöglichen werden”.

Strenge Regeln, enormes Potenzial

Die Lockerung der Regulierung wird weiterhin mit Einschränkungen verbunden sein. Unternehmen dürfen nur in die 20 nach Marktkapitalisierung größten Kryptowährungen investieren und dies nur über die fünf größten regulierten Börsen des Landes. Die Regulierungsbehörden diskutieren derzeit auch, ob dollarbasierte Stablecoins, wie sie beispielsweise von Tether ausgegeben werden, einbezogen werden sollen.

Die FSC legte ihren Regelungsentwurf am 6. Januar einer Arbeitsgruppe vor und skizzierte einen stufenweisen Lockerungsplan für Februar 2025. Die Auswirkungen könnten erheblich sein. Schätzungen zufolge könnten mehrere zehn Billionen Won in Krypto-Assets fließen.

Lokale Medien führen häufig den Technologieriesen Naver als Beispiel an. Mit einem Eigenkapital von rund 27 Billionen Won (etwa 18,4 Milliarden US-Dollar) könnte das Unternehmen theoretisch bis zu 10.000 Bitcoins kaufen. Ein solcher Schritt hätte nicht nur in Korea, sondern weltweit starke psychologische und marktbezogene Auswirkungen.

Digitale Vermögenswerte als nationale Priorität

Die Öffnung des Marktes für Unternehmen könnte auch andere Entwicklungen beschleunigen, darunter die Einführung einer nationalen Stablecoin, die schnellere Genehmigung von Spot-Bitcoin-ETFs und das Wachstum inländischen Blockchain-Startups und die als Digital Asset Treasuries bekannten digitalen Reserven von Unternehmen. Während die Unterstützung für Krypto-ETFs zunimmt, hinkt die behördliche Genehmigung hinterher. Der Eintritt großer Akteure könnte diese Dynamik verändern.

Die Reform wird auch das Paradoxon beenden, dass große koreanische Unternehmen im Ausland in Kryptowährungen investieren mussten, um die inländischen Beschränkungen zu umgehen.

Dieser Schritt steht im Einklang mit der umfassenderen Digitalstrategie Südkoreas. Die Regierung strebt an, dass bis 2030 25 Prozent der nationalen Finanzgeschäfte mit einer digitalen Währung der Zentralbank, einer sogenannten CBDC, abgewickelt werden. Durch die Kombination von strenger Aufsicht und aktiver Unterstützung für digitale Vermögenswerte könnte sich Südkorea bald unter den weltweit führenden Ländern bei der Einführung institutioneller Kryptowährungen positionieren.

Quellen:

https://www.sedaily.com/NewsView/2K79G9QVEM

https://en.sedaily.com/finance/2026/01/09/korea-to-execute-25-percent-of-treasury-funds-via-digital

 

Schlagworte: Crypto News
Last Updated: Jul 06, 2026