BITmarkets Team
Nov 10, 2025
Japans Finanzdienstleistungsbehörde (FSA) bereitet eine umfassende Aktualisierung ihrer Kryptowährungsvorschriften vor. Laut Nikkei plant die Behörde die Einführung eines neuen Systems, das die Anbieter von Digitalen Vermögenswerten verpflichtet, sich bei den Behörden zu registrieren, bevor sie mit Kryptobörsen zusammenarbeiten.
Nach geltendem japanischem Recht müssen Kryptobörsen bereits Kundeneinlagen streng getrennt halten, indem sie sie beispielsweise in Cold Wallets (Offline-Speicher) aufbewahren. Es gibt jedoch keine derartigen Vorschriften für Dritte - Technologiefirmen oder Verwahrer, die den Börsen Software oder Handelssysteme zur Verfügung stellen.
Die FSA will diese Lücke nun schließen. Wenn der Vorschlag angenommen wird, müssen alle Unternehmen, die sich mit der Verwahrung von Kryptowährungen oder Handelssystemen beschäftigen, eine obligatorische Registrierung durchführen. Börsen dürfen dann nur noch Dienstleistungen von diesen registrierten Anbietern in Anspruch nehmen. Ziel ist es, die Transparenz zu erhöhen und die Risiken von Cyberangriffen und Systemausfällen zu verringern.
Nach Angaben von Nikkei unterstützen die meisten Mitglieder des Financial System Council - ein Beratungsgremium des japanischen Premierministers - den Vorschlag. Ein wichtiger Auslöser war der 2024 DMM Bitcoin-Hack, bei dem Angreifer etwa 48,2 Mrd. Yen (rund 312 Mio. USD) in Bitcoins stahlen.
Ermittler fanden heraus, dass der Einstiegspunkt für den Angriff das in Tokio ansässige Softwareunternehmen Ginco war, an das DMM sein Handelssystemmanagement ausgelagert hatte. Der Vorfall weckte ernsthafte Bedenken über die Sicherheitsrisiken eines unkontrollierten Outsourcings im Kryptosektor.
Die FSA plant, die Ergebnisse der Arbeitsgruppe in einem Bericht zusammenzufassen, der die Grundlage für Änderungen des Financial Instruments and Exchange Act bilden soll. Diese Gesetzesänderungen sollen während der regulären Sitzung des japanischen Parlaments im Jahr 2026 vorgelegt werden.
Während die FSA die Aufsicht über die Verwahrung von Kryptowährungen verschärft, fördert sie gleichzeitig inländische Stablecoin Projekte - digitale Währungen, die an Papiergeld gekoppelt sind. Im Oktober genehmigte die Behörde Japans ersten Stablecoin, JPYC, der an den Yen gekoppelt ist und bald auf den Markt kam.
Letzte Woche kündigte die FSA auch die Unterstützung eines Pilotprojekts an, an dem die drei größten japanischen Banken - Mizuho Bank, MUFG und SMBC - beteiligt sind, die ein Stablecoin-basiertes Zahlungs- und Überweisungssystem testen, das die Effizienz verbessern und die Transaktionskosten senken soll.
Japan hat sich seit langem als eine der am stärksten regulierten und dennoch offenen Volkswirtschaften gegenüber Kryptowährungen positioniert. Nach mehreren öffentlichkeitswirksamen Hacks, einschließlich des berüchtigten Mt. Gox-Zusammenbruchs, hat das Land die Transparenz und Aufsicht stetig erhöht. Die jüngste Initiative der FSA fügt sich in das umfassendere Ziel Japans ein, ein sicheres, vertrauenswürdiges und stabiles Umfeld für digitale Vermögenswerte zu schaffen - eines, das anderen asiatischen Nationen als Modell dienen könnte.
Quellen:
https://www.nikkei.com/article/DGXZQOUB052RR0V01C25A1000000/
https://prtimes.jp/main/html/rd/p/000000283.000054018.html
https://www.nikkei.com/article/DGXZQOUB015KJ0R00C25A4000000/