BITmarkets Team
Oct 20, 2025
Japans Finanzdienstleistungsbehörde (FSA) bereitet eine große Reform vor, die den Umgang traditioneller Banken mit Kryptowährungen verändern könnte. Nach Angaben von Livedoor News plant die FSA eine Überarbeitung der aktuellen Vorschriften und will Banken erlauben, Kryptowährungen - einschließlich Bitcoin - als Anlagevermögen zu halten.
Nach der aktuellen Gesetzgebung für 2020 ist es Banken aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Volatilität und der Risiken für die Finanzstabilität praktisch verboten, Kryptowährungen zu halten. Mit der vorgeschlagenen Reform könnte sich das ändern. Die FSA beabsichtigt, das Thema auf einer bevorstehenden Sitzung des Financial Services Council, eines Beratungsgremiums des japanischen Premierministers, zu erörtern.
Ziel ist es, die Verwaltung von Kryptowährungen mit traditionellen Anlageprodukten wie Aktien und Staatsanleihen in Einklang zu bringen. Wenn die Genehmigung erteilt wird, könnten japanische Banken zu wichtigen Akteuren auf dem Markt für digitale Vermögenswerte werden - nicht nur als Investoren, sondern auch als Dienstleister.
Bevor die FSA den Banken erlaubt, Kryptowährungen zu halten, plant sie, strenge Anforderungen an das Risikomanagement festzulegen. Die Aufsichtsbehörde will verhindern, dass starke Preisschwankungen bei Bitcoin oder anderen Kryptowährungen die finanzielle Gesundheit der Institute gefährden. Banken müssten neue Kapital- und Risikomanagementstandards erfüllen.
Der Vorschlag sieht auch die Möglichkeit vor, dass Bankengruppen Lizenzen für den Betrieb von Kryptobörsen erhalten. Dies würde es ihnen ermöglichen, ihren Kunden den direkten Handel und die Verwahrung digitaler Vermögenswerte ohne Zwischenhändler anzubieten.
Nach Angaben der FSA wächst der japanische Kryptomarkt weiterhin schnell. Im Februar 2025 gab es mehr als 12 Millionen registrierte Kryptowährungskonten - etwa 3,5 Mal mehr als vor fünf Jahren.
Japan bereitet sich auch darauf vor, die Aufsicht über Kryptowährungen in den Financial Instruments and Exchange Act (FIEA) aufzunehmen. Bislang wurden Kryptowährungen unter dem Payments Services Act reguliert, der einen lockereren Rahmen bot. Der Wechsel zum FIEA zielt darauf ab, den Anlegerschutz zu stärken und Kryptowährungen stärker mit traditionellen Finanzinstrumenten in Einklang zu bringen.
Die Reformen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Japans drei größte Banken - die Mitsubishi UFJ Financial Group (MUFG), die Sumitomo Mitsui Banking Corp. (SMBC) und die Mizuho Bank - Pläne zur Ausgabe eines Stablecoin angekündigt haben, der an den japanischen Yen gekoppelt ist. Ziel ist es, die Abrechnung von Unternehmen zu vereinfachen und die Transaktionskosten zu senken.
Wenn die Reform verabschiedet wird, könnte Japan eine der ersten entwickelten Volkswirtschaften werden, in der Kryptowährungen vollständig in den Bankensektor integriert sind. Dieser Schritt würde nicht nur die Legitimität digitaler Vermögenswerte stärken, sondern auch die Akzeptanz bei Privat- und Unternehmensanlegern beschleunigen.
Quellen:
https://news.livedoor.com/article/detail/29807537/?utm_source=chatgpt.com
https://www.fsa.go.jp/singi/singi_kinyu/angoshisanseido_wg/gijishidai/20250902/05.pdf
https://cointelegraph.com/news/japan-fsa-may-let-banks-hold-bitcoin-crypto-assets