BITmarkets Team
Jul 16, 2026
Der neue Rechtsrahmen verlagert die Regulierung von Kryptowährungen weg vom Zahlungsdienstleistungsgesetz (PSA), das digitale Vermögenswerte bisher hauptsächlich als Zahlungsinstrumente behandelte. Stattdessen wird ein Regulierungsmodell eingeführt, das stärker an traditionelle Finanzmärkte angelehnt ist und unter anderem Vorschriften zum Insiderhandel sowie eine verstärkte Aufsicht über Krypto-Unternehmen umfasst. Die Reformen stellen eine der bedeutendsten politischen Veränderungen Japans im Bereich digitaler Vermögenswerte dar, während Regulierungsbehörden weltweit weiterhin Kryptowährungen in bestehende Finanzsysteme integrieren.
Im Rahmen der überarbeiteten Gesetzgebung unterliegen in Japan tätige Kryptowährungsunternehmen strengeren Compliance-Anforderungen, die darauf abzielen, die Marktintegrität zu stärken und den Anlegerschutz zu verbessern. Die neuen Vorschriften verbieten Emittenten, Börsen und anderen Marktteilnehmern den Handel, solange sie über nicht veröffentlichte wesentliche Informationen verfügen, wodurch faktisch Beschränkungen für den Insiderhandel eingeführt werden, die denen auf traditionellen Finanzmärkten ähneln.
Die Reformen sehen zudem eine erhebliche Verschärfung der Strafen für nicht registrierte Krypto-Unternehmen vor. Die maximale Freiheitsstrafe steigt Berichten zufolge von drei auf zehn Jahre, während die Geldstrafen von etwa 3 Millionen Yen (19.000 US-Dollar) auf rund 10 Millionen Yen erhöht werden. Personen, die des Insiderhandels für schuldig befunden werden, müssen mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe, Geldstrafen von bis zu 5 Millionen Yen oder beidem rechnen.
Im Rahmen der Neuregelung ändert das überarbeitete Gesetz auch die offizielle Bezeichnung für lizenzierte Unternehmen von „Kryptowährungsbörse“ in „Kryptowährungshandelsunternehmen“, was die Sichtweise der Regulierungsbehörden widerspiegelt, dass der Sektor zunehmend in das breitere Finanzsystem integriert ist. Japans Reformen spiegeln einen breiteren globalen Trend wider, bestehende Finanzvorschriften auf digitale Vermögenswerte anzuwenden, anstatt Kryptowährungen als separate Anlageklasse zu behandeln.
Ähnliche Entwicklungen finden auch anderswo statt. Anfang dieses Monats veröffentlichte die südafrikanische Steuerbehörde einen Leitfadenentwurf, in dem erläutert wird, wie bestehende Steuergesetze auf Krypto-Vermögenswerte anzuwenden sind, während die Aufsichtsbehörden in den Vereinigten Staaten weiterhin klären, wie die geltenden Wertpapier- und Rohstoffgesetze auf die Branche der digitalen Vermögenswerte anzuwenden sind.
Quellen:
https://cointelegraph.com/news/japan-crypto-amendment-digital-assets-financial-rules