BITmarkets Team
Apr 27, 2026
Nach dem offiziellen Beginn seiner vierjährigen Amtszeit bei einer Amtseinführungszeremonie am Dienstag in Seoul bestätigte Shin, dass die Zentralbank die zweite Phase des „Project Hangang“ vorantreiben werde, eines Pilotprogramms, das darauf abzielt, ein blockchainbasiertes CBDC-System für den Großhandel zu testen.
Er hob zudem globale Kooperationsbemühungen hervor, darunter das Agora-Projekt, das im April 2024 von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich gemeinsam mit sieben Zentralbanken ins Leben gerufen wurde, um tokenisierte grenzüberschreitende Zahlungen zu erforschen. Laut Shin werden diese Bemühungen „den Status des koreanischen Won im digitalen Zahlungsumfeld stärken“.
Obwohl frühere Berichte auf eine Offenheit gegenüber Won-gestützten Stablecoins hindeuteten, ging Shin in seiner Rede nicht auf Stablecoins ein.
Die Gesetzgebung zu Stablecoins in Südkorea ist nach wie vor ungeklärt, da sich Regulierungsbehörden und Gesetzgeber uneinig sind, ob die Ausgabe von Won-gebundenen Token auf Geschäftsbanken beschränkt oder auf Nicht-Bank-Einrichtungen wie Fintech- und Technologieunternehmen ausgeweitet werden sollte.
Shin ging auch auf allgemeinere makroökonomische Bedenken ein und verwies auf die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten und deren Auswirkungen auf die Ölpreise. Er betonte die Notwendigkeit, dass die Zentralbank auf die wachsende Unsicherheit reagieren müsse, die durch geopolitische Risiken, Inflation und Veränderungen in der Weltwirtschaft verursacht werde.
Vor seinem neuen Amt war Shin von Mai 2014 bis März 2026 als Wirtschaftsberater bei der BIZ tätig und leitete ab Januar 2025 deren Abteilung für Währungs- und Wirtschaftsfragen. In einer kürzlich erschienenen wissenschaftlichen Abhandlung argumentierte er, dass Stablecoins aufgrund der Fragmentierung von Blockchain-Netzwerken, die sich in Bezug auf Gebühren, Sicherheit und Dezentralisierungsgrad unterscheiden, ein wesentliches Merkmal von Geld – die „Einheit“ – vermissen lassen.
Unabhängig davon bereitet Südkorea die Einführung von Blockchain-basierten Zahlungen für ausgewählte staatliche Ausgaben im Rahmen einer regulatorischen Sandbox vor, die sich auf Distributed-Ledger-Technologie im öffentlichen Finanzwesen konzentriert.
Die Initiative wird tokenisierte Einlagen nutzen, um die operativen Ausgaben der Regierung zu erleichtern; eine breitere Einführung ist für das vierte Quartal 2026 geplant. Die Anfangsphase soll in Sejong City beginnen, wobei während der Testphase bestimmte Beschränkungen hinsichtlich des Zeitraums und der Ausgabenkategorien gelten.
Quellen:
https://www.digitalasset.works/news/articleView.html?idxno=40329