BITmarkets Team
Oct 21, 2025
Eine neue Koalition formiert sich innerhalb der Europäischen Union, um eine einheitliche Aufsicht über den Markt für Kryptoanlagen unter einer EU-Regulierungsbehörde zu fordern. Frankreich und Österreich haben sich zusammengetan, um die zersplitterten nationalen Ansätze der Mitgliedstaaten in Frage zu stellen, und drängen darauf, dass die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA)
Frankreich möchte, dass die EU der ESMA direkte Befugnisse über die wichtigsten cryptocurrency Unternehmen zu übertragen und damit das derzeitige "Passporting"-System zu ersetzen, das es den in einem Land lizenzierten Firmen erlaubt, in allen 27 EU-Staaten tätig zu sein.
François Villeroy de Galhau, Gouverneur der Bank von Frankreich, warnte, dass der derzeitige Rahmen Regulierungsarbitrage begünstige, bei der Firmen Länder suchen, die die günstigsten Zulassungsbedingungen bieten. Kleinere Staaten mit weniger strengen Vorschriften sind für Kryptofirmen zu Einfallstoren für den Zugang zum europäischen Markt geworden.
Villeroy betonte auch eine strengere stablecoin Regulierung und warnte davor, dass grenzüberschreitende Emissionen bei Marktstress zu Arbitrage führen könnten - besonders besorgniserregend, da 90 % des weltweiten Kryptohandels auf nur zehn Plattformen stattfinden.
Österreichs Zentralbankgouverneur, Martin Kocher, unterstützte Frankreichs Haltung und forderte eine stärkere Rolle der ESMA bei der Überwachung der Kryptomärkte. Die gemeinsame Initiative Österreichs, Frankreichs und Italiens war im vergangenen Monat entstanden und forderte die EU-Aufsichtsbehörde auf, die MiCA-Verordnung einheitlich in allen Mitgliedsstaaten durchzusetzen.
Die drei Länder deuteten sogar an, MiCA zu boykottieren, falls die ungleichen Marktbedingungen fortbestehen, und kritisierten das Schlupfloch, das es Kryptofirmen ermöglicht, die Lizenzanforderungen in einem Mitgliedstaat zu erfüllen und in der gesamten EU frei zu agieren - selbst in Ländern mit strengeren lokalen Vorschriften.
"Wir schließen die Möglichkeit nicht aus, den EU-Pass abzulehnen. Es ist rechtlich kompliziert und sendet ein schlechtes Signal für den Binnenmarkt - es ist ein bisschen wie die 'Atomwaffe' ... aber es ist immer noch eine Option, die wir in Reserve halten", warnte Marie-Anne Barbat-Layani, Präsidentin der französischen Finanzaufsichtsbehörde AMF (Autorité des Marchés Financiers). Die kommenden Wochen werden zeigen, wie sich dieses regulatorische Patt entwickelt.
Quellen:
https://www.thebanker.com/content/77d4f6b4-acd3-4b1a-83a8-765822551438