BITmarkets Team
Oct 30, 2025
Die Europäische Zentralbank (EZB) plant, den digitalen Euro im Jahr 2029 einzuführen, vorausgesetzt, der erforderliche Rechtsrahmen wird rechtzeitig genehmigt, berichtet Bloomberg unter Berufung auf mit dem Projekt vertraute Quellen.
Die derzeitige Vorbereitungsphase, die Ende 2023 begann, wird voraussichtlich im Oktober dieses Jahres abgeschlossen. Danach werden die EZB-Beamten die technischen und rechtlichen Aspekte des Projekts weiterentwickeln. Ziel ist es, dass die europäischen Institutionen die erforderlichen Gesetze bis 2026 verabschieden, so dass die vollständige Einführung etwa drei Jahre später erfolgen kann.
Die EZB begann bereits im Jahr 2020 mit der Idee, eine eigene Digitalwährung herauszugeben, als das Konzept der CBDC (central bank digital currency) - einer von einer Zentralbank ausgegebenen digitalen Währung - weltweit Aufmerksamkeit erregte. Seitdem wurden Tests und Studien durchgeführt, um nicht nur die technologischen Möglichkeiten, sondern auch die potenziellen Auswirkungen auf die Finanzstabilität und die Privatsphäre zu bewerten.
Im September 2024 bezeichnete EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone Mitte 2029 als realistischen Zeitrahmen für die Einführung. Er sagte, die neue Währung solle sicherstellen, dass "alle Europäer Zugang zu einem freien und allgemein akzeptierten digitalen Zahlungsmittel haben", selbst in Zeiten von Krieg, Cyberangriffen oder Krisen.
Die Einführung des digitalen Euro stößt bei einigen EU-Gesetzgebern, Geschäftsbanken und in der Öffentlichkeit auf Widerstand. Kritiker weisen auf mögliche Gefahren für die finanzielle Privatsphäre und das Risiko einer stärkeren staatlichen Kontrolle über die persönlichen Finanzen hin.
Die Gesetzgebung zum digitalen Euro wird seit 2023 im Europäischen Parlament diskutiert, aber der Prozess wurde durch politische Unstimmigkeiten und die Europawahlen 2024 verzögert. Ein Konsens wird nun für Mitte 2026 erwartet.
Nach Angaben des Atlantic Council haben nur drei Länder ihre CBDC offiziell eingeführt - Nigeria, die Bahamas und Jamaika - während 49 andere Länder Pilotprogramme durchführen.
Sowohl der Atlantic Council als auch die Human Rights Foundation, die 2023 einen eigenen "CBDC-Tracker" ins Leben gerufen hat, weisen darauf hin, dass digitale Währungen schnellere Zahlungen und eine stärkere finanzielle Eingliederung ermöglichen können, aber auch Risiken des Datenmissbrauchs und der Überwachung bergen.
Der digitale Euro ist als Ergänzung und nicht als Ersatz für Bargeld gedacht. Die EZB verspricht, dass er ein sicheres und universelles Zahlungsmittel für alle Bürger der Eurozone sein wird, das sofortige und gebührenfreie Überweisungen ermöglicht und gleichzeitig einen starken Schutz der Privatsphäre gewährleistet.
Quellen:
https://cointelegraph.com/news/digital-euro-ecb-lawmakers-privacy-risks