BITmarkets Team
Apr 20, 2023
Der Ausschuss für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments hat kürzlich ein Analysepapier mit einer gemischten Bewertung des digitalen Euro veröffentlicht.
Unter dem Titel "Digital Euro: When in doubt, abstain (but be prepared)," wurde der Wirtschaftswissenschaftler Ignazio Angeloni beauftragt, die Vorbereitungen für die Einführung des digitalen Euro zu bewerten. Angeloni analysierte zehn potenzielle Probleme, mit denen der digitale Euro konfrontiert werden könnte, wobei er sich auf seine Nachteile konzentrierte.
Geschäftsbanken könnten zwar den Nutzern des digitalen Euro im Rahmen eines Vermittlungsmodells Front-End-Dienste anbieten, doch würde ein digitaler Euro auch mit den Geschäftsbanken um Einlagen konkurrieren, was zu negativen Anreizen führen könnte. In dem Papier wird die Bedeutung einer gut konzipierten Vergütungsstruktur für die von den Banken erbrachten Dienstleistungen hervorgehoben, doch die Berichte der Europäischen Zentralbank (EZB) enthalten hierzu keine Informationen.
Angeloni wies auch darauf hin, dass die Einführung eines digitalen Euro einen störenden Effekt auf das Bankensystem haben könnte und die EZB sich darauf vorbereiten müsse. Die digitale Währung müsse zwar attraktiv genug sein, um von den Kunden akzeptiert zu werden, dürfe aber nicht zu attraktiv sein, um das Bankensystem zu untergraben.
Wenn der digitale Euro Zinsen abwirft, müssen diese getrennt von den Bargeldzinsen verwaltet werden, um Arbitragegeschäfte zu vermeiden. Die Entscheidung der EZB über die Realisierungsphase ist gegen Oktober zu erwarten.
Quellen:
https://www.europarl.europa.eu/RegData/etudes/IDAN/2023/741507/IPOL_IDA(2023)741507_DE.pdf