BITmarkets Team
Dec 04, 2025
Das lange Fehlen von Vorschriften schuf ein unsicheres Umfeld, das Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen abschreckte. Mit der zunehmenden Verbreitung von Krypto und der Annäherung digitaler Vermögenswerte an das Mainstream-Finanzwesen wurde die Notwendigkeit einer angemessenen Aufsicht unübersehbar.
Die EU reagierte mit MiCA, einem bahnbrechenden Regulierungsrahmen, der den 27-Staaten-Block den meisten globalen Rechtsordnungen voraus hat. Während die Vereinigten Staaten weiterhin stark auf Rechtsstreitigkeiten setzten und das Vereinigte Königreich langsam auf sein eigenes Modell hinarbeitete, führte die EU ein einheitliches Regelwerk ein, das Klarheit in eine Landschaft brachte, die lange Zeit von Verwirrung geprägt war.
Doch MiCA sollte nie der Endpunkt sein. Obwohl es klare Standards für Stablecoins und Krypto-Asset-Dienstleister setzt, lässt es erhebliche Lücken. Wichtige Bereiche - einschließlich dezentraler Finanzen (DeFi), nicht-fungibler Token (NFTs) und Staking - bleiben außerhalb des Geltungsbereichs.
"MiCA sollte nie das letzte Wort zur Krypto-Regulierung sein. Das sollte sie auch nicht sein. Sein wahrer Wert liegt darin, was die EU als nächstes tut", sagte Peter Curk, CEO und Portfoliomanager für digitale Vermögenswerte. Er argumentiert, dass der Block "MiCA 2.0" einführen sollte, ein erweitertes Rahmenwerk, das entwickelt wurde, um der sich entwickelnden Struktur des Krypto-Asset-Marktes gerecht zu werden.
Nach Curk sollte MiCA 2.0 ein anpassungsfähiges, zukunftssicheres System liefern, das mit der schnellen Innovation Schritt halten kann. "Es könnte die Zukunft der Kryptowährung weltweit bestimmen. Es sollte in der Lage sein, ein umfassendes Regelwerk zu bieten, das für einen Binnenmarkt mit über 400 Millionen Menschen geeignet ist", fügte er hinzu.
Ein solcher Rahmen würde nicht nur die regulatorische Klarheit verbessern, sondern auch dazu beitragen, die EU als weltweit führende Drehscheibe für Krypto-Unternehmen zu positionieren und gleichzeitig das Vertrauen der Anleger zu stärken. In der Tat könnte es den globalen Einfluss der GDPR wiederholen - dieses Mal im Bereich der Finanzinnovation.
Es wird nicht einfach sein, einen Nachfolger für MiCA zu schaffen. Die Forderung der Anleger nach einem stärkeren Schutz steht im Widerspruch zu den Experten, die die Notwendigkeit der Effizienz bei der Regulierung digitaler Vermögenswerte betonen.
"Das digitale Finanzwesen befindet sich an der Schnittstelle zwischen Technologie und Finanzen. Ihre wirksame Regulierung erfordert ein tiefes Verständnis beider Dimensionen und eine enge Abstimmung zwischen politischen Entscheidungsträgern und Aufsichtsbehörden", sagte Alexandra Maniati von der Europäischen Bankenvereinigung.
Sie argumentiert, dass die Schaffung eines digitalen Euros die Effizienz der Regulierung unterstützen könnte, indem eine souveräne öffentliche Zahlungsoption hinzugefügt wird, die private und Nicht-EU-Lösungen ergänzt.
In der Zwischenzeit übernehmen mehr EU-Staaten die von der OECD entwickelten Vorschriften. Das Crypto-Asset Reporting Framework (CARF) soll neue steuerliche Transparenzpflichten für Krypto-Asset-Transaktionen einführen. Im Rahmen von CARF wird Schweden im Jahr 2026 damit beginnen, grenzüberschreitende Krypto-Transfers zu verfolgen, Dänemark hat das System bereits zum 1. Mai 2025 eingeführt, und Finnland wird 2026 folgen. Bis 2027 müssen alle EU-Mitgliedstaaten diese Standards übernehmen.
Wir stehen jetzt an einem Scheideweg. Die Frage ist, ob Europa die heutigen rechtlichen Grundlagen nutzen kann, um weltweit führend zu werden - oder ob es sich mit einer passiven, abwartenden Haltung zufrieden gibt.
Quellen:
https://therecursive.com/mica-2-0-eu-crypto-regulation-dominance-what-is-next/
https://www.globalvatcompliance.com/globalvatnews/denmark-crypto-tax-law/
https://www.onesafe.io/blog/finland-crypto-reporting-framework-2026