BITmarkets Team
Dec 22, 2025
In den vergangenen Jahren hat die Pensionskasse der ersten Säule das Kryptowährungsengagement erkundet, indem sie zwei Anlagestrategien testete, wobei sie anfänglich bis zu 0,1 % des Gesamtvermögens oder rund 17 Mio. Euro zuwies. Nach Abschluss der Testphase wurde die Allokation auf maximal 0,5 % erhöht, was etwa 85 Millionen Euro entspricht.
"Die zweite Strategie ist eher ein Nischen-Aktienfonds, der etwa 80 % in Krypto- und Blockchain-bezogene Unternehmen und bis zu 25 % in Kryptowährungen investiert", sagte Bernd Franken, Chief Investment Officer von NAEV.
Die Investitionen wurden über börsengehandelte Produkte (ETPs) getätigt und während der Testphase genau überwacht. Trotz Phasen extremer Volatilität lag die Performance laut Franken zwischen 100 und 300 Prozent.
"Am Ende der Testphase haben wir uns von der ersten Strategie komplett getrennt, weil wir sie ähnlich wie Gold als reine Preisspekulation angesehen haben. Kryptowährungen haben keinen inneren Wert, der ihre Preisbewegungen rechtfertigen würde", erklärte Franken.
NAEV entschied sich schließlich, die auf Aktien ausgerichtete Strategie beizubehalten. Franken argumentierte, dass die starke Erfolgsbilanz von Krypto- und Blockchain-Unternehmen eine solidere Grundlage für die langfristige Kursentwicklung bietet. Das Engagement in börsennotierten Unternehmen ermöglicht zudem vertrautere Bewertungsmetriken und eine Risikoüberwachung.
Allerdings bleibt die Allokation bescheiden. Krypto-Bestände sind klar als Satelliten-Investments und nicht als Kernbestandteil des Portfolios kategorisiert.
Franken betonte, dass NAEV Kryptowährungen nicht als langfristige Wertaufbewahrungsmittel vergleichbar mit Staatsanleihen oder Immobilien betrachtet. Innerhalb eines diversifizierten Portfolios kann jedoch ein sorgfältig bemessenes Engagement durch regulierte Instrumente das Renditepotenzial erhöhen. Dieser Ansatz spiegelt einen breiteren Trend unter institutionellen Anlegern wider, die vorsichtig mit Krypto-Strategien experimentieren.
Die regulatorische Haltung gegenüber digitalen Vermögenswerten in der Altersvorsorge entwickelt sich auch weltweit weiter. Im August erließ die derzeitige US-Regierung eine Durchführungsverordnung, die es 401(k) und anderen beitragsorientierten Pensionsplänen erlaubt, in digitale Vermögenswerte zu investieren.
In Großbritannien hat ein Pensionsfonds im vergangenen Jahr auf Anraten der Beratungsfirma Cartwright 3 % seines Vermögens, d. h. 1,5 Millionen Pfund, in Bitcoin investiert.
In Deutschland ist man jedoch weiterhin vorsichtig. Clemens Schuerhoff, Geschäftsführer von Kommalpha, stellte fest, dass deutsche Renteninvestoren Kryptowährungen größtenteils als volatil und spekulativ ansehen, mit unbeständigen risikobereinigten Renditen. Infolgedessen bleiben die meisten Institutionen weiterhin an der Seitenlinie.
Quellen:
https://www.ipe.com/news/german-doctors-pension-fund-makes-first-foray-into-crypto/10134269.Artikel
https://en.cryptonomist.ch/2025/12/17/german-pension-fund-crypto/