BITmarkets Team
Dec 26, 2025
"Wir haben unsere Arbeit getan", sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde kürzlich auf einer Pressekonferenz.
Lagarde bestätigte, dass die EZB ihre technischen und vorbereitenden Arbeiten abgeschlossen hat und die Verantwortung nun bei den europäischen politischen Institutionen liegt. Der Vorschlag für den digitalen Euro wird derzeit vom Europäischen Rat und dem Europäischen Parlament geprüft.
Der Europäische Rat hat bereits seine Unterstützung für das Projekt bekundet. Der nächste Schritt liegt daher beim Parlament.
"Wir haben unsere Arbeit getan, wir haben das Wasser getragen, aber es ist jetzt Sache des Europäischen Rates und sicherlich später des Europäischen Parlaments, festzustellen, ob der Kommissionsvorschlag zufriedenstellend ist, wie er in einen Rechtsakt umgewandelt oder geändert werden kann", sagte Lagarde kurz vor Weihnachten.
Das Projekt zielt darauf ab, ein öffentliches digitales Zahlungsmittel zu schaffen - eine digitale Form von Zentralbankgeld, die das physische Bargeld ergänzen und die Währungssouveränität im digitalen Zeitalter sichern würde.
Die Preisstabilität ist nach wie vor das wichtigste Mandat der EZB. Da die Inflation jedoch weitgehend wieder auf dem angestrebten Niveau liegt, kann sich die Zentralbank nun auf längerfristige strukturelle Prioritäten konzentrieren.
Lagarde wies darauf hin, dass die Inflation bis 2028 in der Nähe des EZB-Ziels von 2 % bleiben dürfte, auch wenn sie in den Jahren 2026 und 2027 vorübergehend leicht unter dieses Niveau fallen könnte. Infolgedessen wird die Inflation nicht mehr als die dringendste Herausforderung für die Eurozone angesehen.
"Unser Ziel ist es nicht, ein Vorbild zu sein", sagte Lagarde. "Unser Ziel ist es, sicherzustellen, dass es im digitalen Zeitalter eine Währung gibt, die der Stabilitätsanker für das Finanzsystem ist."
Sie betonte, dass Zentralbankgeld diese Rolle bereits in physischer Form - in Form von Banknoten - spielt, aber dass ein digitaler Ausdruck dieser Souveränität zunehmend notwendig ist.
EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone fügte hinzu, dass ein digitaler Euro dazu beitragen könnte, die Kontinuität des Zahlungsverkehrs bei Cyberangriffen oder Stromausfällen zu gewährleisten, die die traditionelle Bankeninfrastruktur beeinträchtigen.
Der digitale Euro sollte ursprünglich in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 auf den Markt kommen und damit weitgehend mit den Euro-gestützten Stablecoins übereinstimmen, die im Rahmen des EU-Rahmens für Märkte für Krypto-Assets (MiCA) reguliert werden.
Anfang dieses Monats hat die EZB jedoch ihren Zeitplan aktualisiert. Sie plant nun, sich auf eine mögliche Emission bis 2029 vorzubereiten, vorausgesetzt, die EU-Gesetzgeber verabschieden die erforderliche Verordnung bis 2026. Pilotprojekte und erste Transaktionen könnten bereits Mitte 2027 beginnen.
Quellen:
https://www.ecb.europa.eu/press/blog/date/2025/html/ecb.blog20251209~9ba130ff20.en.html