BITmarkets Team
Dec 15, 2025
Die Empfehlung findet sich in einem neuen analytischen Bericht, der von Itaú Asset Investmentstratege Renato Eid verfasst wurde. Laut Eid spricht das aktuelle globale Umfeld dafür, Bitcoin als komplementären Vermögenswert einzubeziehen, insbesondere inmitten geopolitischer Spannungen, geldpolitischer Verschiebungen und anhaltender Währungsrisiken.
In der Analyse betont Eid, dass Bitcoin nicht durch die gleiche Linse wie traditionelle Anlagen bewertet werden sollte. "Bitcoin ist ein Vermögenswert, der sich von Anleihen, Aktien oder den heimischen Märkten unterscheidet. Er hat seine eigene Dynamik, sein eigenes Renditepotenzial, und aufgrund seiner globalen und dezentralen Natur dient er auch als eine Art Währungsabsicherung", stellt er fest.
Dieses unterschiedliche Verhalten ist laut Itaú der Schlüssel. Bitcoin verhält sich anders als herkömmliche Vermögenswerte und kann daher dazu beitragen, das Gesamtportfoliorisiko zu verringern, auch wenn er für sich genommen sehr volatil bleibt.
Die Empfehlung der Bank kommt trotz eines außergewöhnlich turbulenten Jahres für Bitcoin. Zu Beginn des Jahres 2025 wurde er bei rund 95.000 $ gehandelt, fiel während der Zollkrise auf etwa 80.000 $ und stieg dann auf ein neues Allzeithoch von 125.000 $. Derzeit wird er wieder in der Nähe der 95.000-Dollar-Marke gehandelt.
Nach Ansicht von Itaú Asset ist diese Volatilität kein Grund, Bitcoin zu ignorieren. Im Gegenteil, mit einer kleinen und stabilen Allokation kann er als ausgleichendes Element innerhalb eines Portfolios fungieren, insbesondere in Zeiten von Währungsschwankungen.
Bitcoin spielt in Brasilien eine besondere Rolle. Der brasilianische Real ist in diesem Jahr um etwa 15 % stärker geworden, was bedeutet, dass die lokalen Investoren die Preisschwankungen von Bitcoin stärker zu spüren bekommen als der Weltmarkt. Eine stärkere Landeswährung verstärkt lokale Verluste bei auf Dollar lautenden Vermögenswerten.
Allerdings argumentiert Eid, dass ein langfristiges, begrenztes Engagement in Bitcoin dazu beitragen kann, Risiken zu glätten, die traditionelle Vermögenswerte nicht abdecken können. Itaú verweist auf seine eigenen Daten, die eine geringe Korrelation zwischen BITI11 - dem lokal gehandelten Bitcoin-ETF der Bank - und anderen wichtigen Anlageklassen zeigen. Dies stützt die Ansicht, dass Bitcoin die Gesamtbilanz eines Portfolios verbessern kann.
"Durch die Allokation von etwa 1 bis 3 % eines Anlageportfolios erhalten Anleger ein effektives Engagement in einem Vermögenswert, der für Diversifizierung sorgt", so die Bank in ihrem Bericht.
Die Empfehlung steht im Einklang mit der breiteren Strategie von Itaú Asset Management. Anfang September dieses Jahres gründete die Bank eine eigene Krypto-Abteilung und ernannte João Marco Braga da Cunha, einen ehemaligen Hashdex-Manager, zu deren Leiter.
Die neue Einheit baut auf Itaús bestehenden Angeboten für digitale Anlagen auf, zu denen Bitcoin-ETFs und ein Rentenfonds mit Engagement in Kryptowährungen gehören. Für die Zukunft plant die Bank, ihre Produktpalette zu erweitern - von konservativeren, anleiheähnlichen Instrumenten bis hin zu risikoreicheren Strategien wie Derivaten oder Staking.
Die Haltung der größten brasilianischen Privatbank zeigt, dass Bitcoin sich allmählich dem finanziellen Mainstream nähert. Nicht als Ersatz für traditionelle Anlagen, sondern als Ergänzung zu ihnen. Für den normalen Anleger ist die Botschaft klar: Selbst eine kleine Allokation in Bitcoin kann sinnvoll sein, wenn sie Teil einer langfristigen, gut durchdachten Strategie ist.
Quellen:
https://www.ion.itau/news/o-bitcoin-em-2026-entre-previsoes-e-realidade/
https://cointelegraph.com/news/itau-asset-recommends-3-percent-bitcoin-allocation-2026