Bitcoin wird grüner denn je

BITmarkets Team

Jan 09, 2026

3 min read
9.1.26.04
Bitcoin wird seit langem wegen seines hohen Energieverbrauchs kritisiert. Neue Daten deuten jedoch darauf hin, dass sich die Realität rasch verändert. Mehr als 56,7 % des weltweiten Bitcoin-Minings nutzt mittlerweile nachhaltige Energiequellen – und dieser Anteil wächst weiter. Laut dem Technologieinvestor und ESG-Experten Daniel Batten verbraucht das Bitcoin-Mining nicht nur grüne Energie, sondern trägt auch aktiv zu deren Entwicklung bei.

Im Jahr 2021 stammten nur etwa 34 % der für das Bitcoin-Mining verwendeten Energie aus erneuerbaren und nachhaltigen Quellen. In etwas mehr als vier Jahren hat sich ein dramatischer Wandel vollzogen. Die neuesten Zahlen basieren auf Analysen von Daniel Batten, dem On-Chain-Analysten Willy Woo und der Forschungsorganisation Digital Assets Research Institute (DARI).

Bitcoin-Mining könnte zu einer der bedeutendsten nachhaltigen Innovationen dieses Jahrhunderts werden“, schrieb Batten in einem ausführlichen Beitrag auf X.

Bitcoin als Katalysator für grüne Energie

Laut Batten ist es wichtig zu verstehen, dass Bitcoin-Mining nicht nur ein passiver Stromverbraucher ist. In vielen Fällen beseitigt es strukturelle Hindernisse, die den Ausbau erneuerbarer Energien verlangsamen.“

Eine der größten Herausforderungen für Projekte im Bereich grüner Energie sind lange Verzögerungen bei der Netzanbindung. Solar- und Windprojekte können 10 bis 15 Jahre lang in Warteschlangen für die Netzanbindung stecken bleiben. Bitcoin Mining fungiert als sofortiger Abnehmer, sodass Energie lokal genutzt werden kann, ohne auf die Netzinfrastruktur warten zu müssen.

Dadurch kann sich die Kapitalrendite für Projekte im Bereich erneuerbare Energien von acht Jahren auf etwa dreieinhalb Jahre verkürzen, was die Attraktivität für Investoren erheblich steigert. Mining-Betriebe sorgen außerdem für eine flexible Nachfrage und tragen so zur Stabilisierung von Netzen bei, die von der intermittierenden Solar- und Windenergieproduktion abhängig sind.

Abwärme statt fossiler Brennstoffe

Rund 50 % des weltweiten Energieverbrauchs entfallen auf Heizung – und der größte Teil davon wird immer noch mit fossilen Brennstoffen gedeckt. Hier bietet das Bitcoin Mining einen unerwarteten Vorteil.

Die beim Mining entstehende Abwärme kann als saubere Wärmequelle wiederverwendet werden. Ein Beispiel dafür ist MARA, das die Wärme aus dem Bitcoin-Mining nutzt, um die Häuser von rund 80.000 Einwohnern in Finnland zu heizen, was etwa 2 % der Bevölkerung des Landes entspricht. Es entstehen auch kleinere Lösungen, darunter Heizsysteme für Privathaushalte, die mit Bitcoin-Mining betrieben werden.

In den Niederlanden versorgen solarbetriebene Bitcoin-Mining-Projekte Gewächshäuser mit Wärme und ersetzen damit die Erdgasheizung in der Landwirtschaft.

Wiederbelebung vergessener Technologien

Batten argumentiert auch, dass der Bitcoin-Mining dazu beiträgt, Forschung und Entwicklung für erneuerbare Technologien zu finanzieren, die zuvor als wirtschaftlich unrentabel galten. Ein Paradebeispiel ist OTEC (Ocean Thermal Energy Technology), eine Technologie, die Temperaturunterschiede im Meerwasser nutzt und seit den 1980er Jahren aufgrund hoher Kosten weitgehend zum Erliegen gekommen ist.

Durch die Bereitstellung stabiler Einnahmen ohne teure Netzanschlüsse eröffnen Miner diesen Technologien neue Wege für ihren Fortschritt.

Strom für Orte, die noch nie damit versorgt wurden

Bitcoin-Mining gewinnt auch außerhalb der entwickelten Märkte an Bedeutung. Durch das Konzept des Gridless Compute werden in ganz Afrika Mikronetze eingesetzt, die erneuerbare Energien und Bitcoin-Mining kombinieren.

Diese Projekte haben bereits mehr als 8.000 Haushalte in Kenia, Malawi und Sambia, die zuvor überhaupt keinen Anschluss hatten, mit Strom versorgt. Das Mining sichert die finanzielle Rentabilität, während die lokalen Gemeinden einen zuverlässigen Zugang zu Energie erhalten.

Bekämpfung von Methan und Emissionen

Einer der bedeutendsten Vorteile für die Umwelt ergibt sich aus der Nutzung von sogenanntem „Abgas”. Der Bitcoin-Mining trägt nun dazu bei, die Emissionen aus drei Hauptquellen zu reduzieren: gasbefeuerte Kraftwerke, Deponiemethan und Abfackeln in Ölfeldern.

Anstatt dieses Gas abzulassen oder zu verbrennen, wird es zur Stromerzeugung für den Bitcoin-Bergbau genutzt. Laut Batten gleicht der kohlenstoffnegative Bergbau bereits etwa 7 % der gesamten Emissionen des Bitcoin-Netzwerks aus.

Quellen:

https://x.com/dsbatten/status/2009356791914623382

Schlagworte: Crypto News
Last Updated: Jul 06, 2026