BITmarkets Team
Jan 08, 2026
Moody's beschreibt fiat-gestützte Stablecoins und tokenisierte Einlagen als digitales Äquivalent zu Bargeld. Finanzinstitute nutzen sie, um kurzfristige Liquidität zu verwalten, Geschäfte abzuwickeln und Sicherheiten zwischen Fonds, Märkten und Handelsplätzen zu transferieren. Damit werden Stablecoins zu einer verbindenden Schicht zwischen traditionellen Finanzprodukten und einem zunehmend tokenisierten Finanzsystem.
Dem Bericht zufolge war das Jahr 2025 von intensiven Tests geprägt. Banken, Vermögensverwalter und Marktinfrastrukturanbieter experimentierten mit Blockchain-Netzwerken, Tokenisierungsplattformen und digitalen Verwahrungslösungen. Ziel war es, die Emission zu vereinfachen, die Abwicklung zu beschleunigen und das Intraday-Cash-Management zu verbessern. Moody's schätzt, dass bis 2030 mehr als 300 Milliarden US-Dollar in digitale Finanzdienstleistungen und Infrastruktur investiert werden könnten.
In diesem Umfeld werden Stablecoins zunehmend als alltägliche Abrechnungsinstrumente verwendet. Sie unterstützen grenzüberschreitende Zahlungen, kurzfristige wertpapierbesicherte Kredite und Sicherheitenübertragungen zwischen Fonds und Handelsplätzen. Moody's stellt fest, dass regulierte Institutionen im Jahr 2025 bargeld- oder US-Staatsanleihen-besicherte Stablecoins für Intraday-Liquiditätsbewegungen verwendeten. Tests wurden bei Banken wie Citigroup und Société Générale durchgeführt.
Der Bericht hebt auch JPM Coin als Beispiel für eine tokenisierte Einlage hervor, die programmierbare Zahlungen und Liquiditätsmanagement innerhalb bestehender Bankensysteme ermöglicht. Dies verdeutlicht, dass digitales Geld nicht dazu gedacht ist, Banken zu ersetzen, sondern ihre Fähigkeiten technologisch zu erweitern.
Mit der zunehmenden Bedeutung von Stablecoins entwickelt sich auch die Regulierung weiter. Moody's verweist auf die europäische Markets in Crypto-Assets Regulation, die klare Regeln für die Ausgabe und den Betrieb von Stablecoins in der gesamten Europäischen Union festlegt. Ähnliche Initiativen sind in den Vereinigten Staaten und in Finanzzentren wie Singapur, Hongkong und den Vereinigten Arabischen Emiraten im Gange.
In Europa entstehen bereits die ersten von Banken ausgegebenen Stablecoins unter dem neuen Rahmenwerk, darunter EURCV von Société Générale-Forge. In der Golfregion werden ebenfalls digitale Zahlungstoken getestet, die an lokale Währungen wie den Dirham der Vereinigten Arabischen Emirate gekoppelt sind.
Moody's warnt auch davor, dass die Verlagerung von Geld auf digitale Infrastrukturen neue Risiken mit sich bringt. Dazu gehören Schwachstellen in Smart Contracts, technische Ausfälle, Cyberangriffe auf Verwahrungssysteme und Fragmentierung zwischen verschiedenen Blockchains. Damit Stablecoins als zuverlässiges digitales Bargeld funktionieren können, reicht Regulierung allein nicht aus. Sicherheit, Interoperabilität und klare Governance-Rahmenbedingungen werden von entscheidender Bedeutung sein. Nur dann können Stablecoins zu einer dauerhaften Säule des Finanzsystems werden und nicht zu einer Schwachstelle.
Quellen:
https://cointelegraph.com/news/moodys-stablecoins-institutional-digital-cash-settlement-2026