BITmarkets Team
Oct 30, 2025
Die US-Bankenverbände haben kürzlich den Druck auf den Kongress erhöht, um renditeträchtige Produkte in Verbindung mit Stablecoins zu begrenzen. Sie behaupten, dass diese an den Dollar gekoppelten Kryptowährung-Token eine massive Abwanderung von Kunden aus traditionellen Banken auslösen und deren Fähigkeit zur Kreditvergabe gefährden könnten. Analysten von Coinbase weisen diese Befürchtungen jedoch als "realitätsfern" zurück.
"Das Narrativ, dass Stablecoins die Kreditvergabe der Banken zerstören werden, ist völlig unzutreffend", sagte Faryar Shirzad, Chief Policy Officer von Coinbase. Er verglich das Argument mit früheren Befürchtungen über Innovationen wie Geldmarktfonds und nannte es "ein Missverständnis darüber, wie Stablecoins tatsächlich genutzt werden."
Der Bericht von Coinbase stellt fest, dass die meiste Nachfrage nach Stablecoins von außerhalb der USA kommt, insbesondere von Nutzern in Schwellenländern, die Schutz vor Inflation und Währungsabwertung suchen. "Für viele Menschen in Entwicklungsländern stellen Dollar-Stablecoins den einzigen praktischen Zugang zur US-Währung dar", heißt es in der Analyse. Stablecoins erweitern daher die globale Reichweite des Dollars auch in Regionen mit begrenztem Zugang zum traditionellen Bankwesen.
Rund zwei Drittel aller Stablecoin-Transaktionen finden innerhalb von DeFi-Ökosystemen oder auf Blockchain-Plattformen statt. Laut Coinbase bilden diese Netzwerke die "Transaktionsinfrastruktur einer neuen Finanzschicht", die neben dem traditionellen Bankwesen agiert. "Stablecoins als Bedrohung zu sehen, ist ein Fehler", sagte Shirzad. "Sie stärken die globale Rolle des Dollars und bieten den USA einen Wettbewerbsvorteil, den sie nicht einschränken sollten."
Eine weitere Sorge der Banken betrifft die möglichen Auswirkungen von Stablecoins auf Gemeinschaftsbanken - kleinere Institute, die lokale Kunden bedienen. Coinbase argumentiert, dass sich die Zielgruppen kaum überschneiden. "Der typische Stablecoin-Inhaber ist kein typischer Bankkunde", so Shirzad, der hinzufügte, dass Banken Stablecoins tatsächlich nutzen könnten, um ihre Dienstleistungen und Effizienz zu verbessern.
Selbst pessimistische Prognosen zum Stablecoin-Wachstum scheinen übertrieben. Wenn das Gesamtangebot an Stablecoins in den nächsten zehn Jahren auf 5 Billionen Dollar ansteigen sollte, würden die meisten dieser Gelder wahrscheinlich im Ausland oder in digitalen Zahlungssystemen verbleiben - und nicht von US-Bankkonten abgehoben werden.
Im Gegensatz dazu halten US. Geschäftsbanken halten derzeit über 18 Billionen Dollar an Einlagen, was bedeutet, dass die Gesamtauswirkungen von Stablecoins auf den heimischen Bankensektor laut Coinbase "marginal" bleiben würden.
Auch die regulatorischen Rahmenbedingungen entwickeln sich weiter. In diesem Jahr trat in den USA der GENIUS Act in Kraft, der klare Regeln für den Betrieb von Stablecoin-Diensten festlegt. Viele große Banken und Finanzinstitute haben seitdem ihre eigenen Stablecoin-Projekte gestartet oder erwägen diese. Coinbase sieht dies als Beweis dafür, dass der traditionelle Finanzsektor das Potenzial digitaler Dollars erkannt hat - und eher auf Zusammenarbeit als auf Konfrontation setzen sollte.
Die Botschaft von Coinbase ist klar: Ängste vor Kundenabwanderung sind übertrieben. Stablecoins sind keine Konkurrenz, sondern ein integraler Bestandteil einer neuen Finanzinfrastruktur, die die Rolle des US-Dollars und das weltweite Vertrauen in das digitale Finanzwesen stärken könnte.
Quellen:
https://x.com/faryarshirzad/status/1983608576737251531
https://cointelegraph.com/news/banks-stablecoin-concerns-overblown-ignores-reality-coinbase