BITmarkets Team
Jun 20, 2026
Laut Bruno Martins, Chief Technology Officer der Algorand Foundation, soll die Initiative eine umfassende Quantenresilienz im gesamten Netzwerk gewährleisten. Er wies darauf hin, dass die Stiftung bereits seit mehreren Jahren potenzielle Quantenrisiken erforscht und Strategien zu deren Eindämmung entwickelt.
„Regierungen, Normungsgremien und Sicherheitsexperten auf der ganzen Welt bereiten sich bereits auf eine Zukunft vor, in der Quantencomputer viele der kryptografischen Systeme knacken könnten, die die heutige digitale Infrastruktur schützen“, sagte Martins.
Mit dieser Ankündigung reiht sich Algorand in eine wachsende Zahl von Blockchain-Projekten ein, die proaktive Maßnahmen ergreifen, um den Bedenken Rechnung zu tragen, dass Fortschritte in der Quanteninformatik letztendlich die kryptografischen Grundlagen gefährden könnten, die digitale Vermögenswerte im Wert von Milliarden Dollar sichern.
Quantencomputer befinden sich zwar noch in einem frühen Entwicklungsstadium, werden aber voraussichtlich deutlich leistungsfähiger sein als die modernsten Supercomputer von heute. Eine im März von Google veröffentlichte Forschungsarbeit deutete darauf hin, dass das Knacken moderner kryptografischer Systeme möglicherweise weniger Ressourcen erfordert als bisher angenommen.
Dieselbe Studie hob Algorand als eines der Blockchain-Netzwerke hervor, die für eine quantenbasierte Zukunft am besten gerüstet sind, während andere große Ökosysteme, darunter Ethereum und Solana, ebenfalls Schutzmaßnahmen prüfen. Als Teil seiner Roadmap plant Algorand die Einführung neuer Kontostrukturen, die auf „Falcon“, seinem quantenresistenten Signaturschema, basieren. Martins erklärte, dass das Netzwerk zudem Elemente seiner aktuellen Konsenskryptografie ersetzen werde, die nicht dafür ausgelegt sind, Quantenangriffen standzuhalten.
Zu den weiteren Upgrades gehören Änderungen an der Funktionsweise der Konsensteilnehmer, wobei Forscher verschiedene Optionen evaluieren, darunter eine „hybride Mischung“ aus klassischen und quantenresistenten Signaturen.
Die Bedenken hinsichtlich des Quantencomputings gewinnen sowohl bei Regierungen als auch bei privaten Organisationen zunehmend an Bedeutung. Viele Experten gehen davon aus, dass Quantensysteme, die in der Lage sind, bestehende Verschlüsselungsstandards zu knacken, bereits 2030 auf den Markt kommen könnten. Als Reaktion darauf kündigte die französische Cybersicherheitsbehörde ANSSI kürzlich an, dass sie die Zertifizierung von Sicherheitsprodukten, die keine quantenresistente Verschlüsselung enthalten, einstellen werde, und forderte Unternehmen dazu auf, bis 2030 auf quantensichere Technologien umzustellen.
Die Vereinigten Staaten haben ähnliche Schritte unternommen. Die National Security Agency schreibt nun vor, dass alle neu eingesetzten nationalen Sicherheitssysteme ab dem 1. Januar 2027 zugelassene quantenresistente Algorithmen verwenden müssen, während Altsysteme bis Ende 2030 ausgemustert werden müssen. Unterdessen hat sich Google das interne Ziel gesetzt, bis 2029 quantenbereit zu sein, und begründet dies mit den rasanten Fortschritten bei der Quantenhardware und den Fehlerkorrekturtechnologien.
Auch die Blockchain-Branche im Allgemeinen treibt ihre Vorbereitungen voran. Im vergangenen Monat stellte Tezos einen Prototyp einer Zahlungs-Blockchain vor, die gegen Quantenangriffe gewappnet sein soll, während USDC-Stablecoin-Emittent Circle im April eine Roadmap veröffentlichte, in der Pläne zur Quanten-Bereitschaft seiner Arc-Blockchain dargelegt wurden.
Forscher des California Institute of Technology haben die Diskussion weiter angeheizt, indem sie darauf hinwiesen, dass praktische Quantencomputer möglicherweise deutlich weniger Ressourcen benötigen als bisher angenommen, was ihren Einsatz näher rücken könnte, als viele erwartet hatten.
Quellen:
https://cointelegraph.com/news/algorand-plans-broad-quantum-resilience-by-2027
https://algorand.co/blog/algorand-strebt-umfassende-Quantenresilienz-bis-2027-an