BITmarkets Team
Nov 19, 2025
Die Initiative wird von AfCFTA, der Iota Foundation, dem Tony Blair Institute und dem Weltwirtschaftsforum unterstützt. Ihr Ziel ist es, eine offene digitale öffentliche Infrastruktur zu schaffen, die grenzüberschreitende Prozesse auf den afrikanischen Märkten vereinfacht.
Nach Angaben der Iota Foundation wird ADAPT grenzüberschreitende Zahlungen durch Stablecoins, digitale Speicherung von Handelsdokumenten und interoperable digitale Identitäten ermöglichen. Dominik Schiener, Mitbegründer und Vorsitzender der Iota Foundation, sagte auf X, dass das Projekt bis 2035 in allen 55 afrikanischen Staaten eingeführt werden soll.
Die Ziele sind beachtlich: 70 Milliarden Dollar zusätzlicher jährlicher Handel, eine Verkürzung der Zollabwicklung von bis zu 14 Tagen auf weniger als drei Tage und eine Senkung der Gebühren für grenzüberschreitende Zahlungen von 6-9% auf unter 3%. "Die Zoll- und Grenzabfertigung wird sich von Wochen auf Stunden verkürzen", so Schiener. "Und die Exporteure werden Zugang zu globaler Handelsfinanzierungsliquidität erhalten."
Nach Angaben der Iota Foundation wird die Pilotphase Anfang nächsten Jahres in Kenia beginnen, gefolgt von Ghana und einem dritten, noch nicht genannten Land. Die vollständige Einführung ist für 2027 geplant und wird bis 2035 andauern.
"Es wird ein langer und anspruchsvoller Weg sein", räumte Schiener ein. "Aber mit AfCFTA und unseren Partnern sind wir zuversichtlich, dass wir Afrika durch die fortschrittlichste digitale Handelsinfrastruktur der Welt verbinden können."
Afrikas Digitalisierung des Handels wurde lange durch veraltete Verfahren gebremst. Chido Munyati vom Weltwirtschaftsforum warnt, dass Papierdokumente und langsame Grenzzahlungen nach wie vor zu den größten Hindernissen auf dem Kontinent gehören. Diese Ineffizienzen behindern das Wachstum und erhöhen die Kosten des grenzüberschreitenden Handels.
Nach Angaben der Iota Foundation erstrecken sich die Verzögerungen oft über Tage bis Wochen. ADAPT zielt darauf ab, diese Hindernisse zu beseitigen - und Blockchain wird dabei eine zentrale Rolle spielen. Transparente Aufzeichnungen, einfache Verifizierung und Automatisierung könnten den gesamten Handelszyklus erheblich beschleunigen.
Das schnell wachsende Krypto-Ökosystem der Region unterstützt diesen Wandel. Statista schätzt, dass bis 2026 mehr als 75 Millionen Afrikaner in den Krypto-Bereich eintreten werden, was einer Nutzerquote von 5,9 % entspricht. Der Umsatz des Kryptomarktes wird voraussichtlich 5,1 Milliarden Dollar erreichen.
Stablecoins sind besonders dynamisch und machen laut Chainalysis bereits rund 43 % des gesamten Transaktionsvolumens in Afrika südlich der Sahara aus. Zu den aktivsten Ländern gehören Nigeria, Südafrika, Ghana, Kenia und Sambia.
ADAPT verstärkt einen langjährigen Trend: Afrika ist weltweit führend bei realen Anwendungsfällen für Digitalwährungen. Während sich westliche Märkte auf Regulierung und spekulative Investitionen konzentrieren, lösen digitale Vermögenswerte in Afrika praktische Herausforderungen - teure Bankgeschäfte, langsame Zahlungen und schwache Infrastruktur.
Wenn ADAPT erfolgreich ist, könnte es die Einführung von Stablecoin bei Unternehmen beschleunigen, die Integration von Blockchain in Regierungs- und Logistiksysteme stärken und die wirtschaftliche Dynamik in der gesamten Region ankurbeln. Für Investoren ist dies ein Zeichen dafür, dass Afrika zu einem der wichtigsten Märkte der digitalen Wirtschaft im kommenden Jahrzehnt wird.
Quellen:
https://blog.iota.org/adapt-africa-digital-trade/
https://x.com/DomSchiener/status/1990462526358733065
https://cointelegraph.com/news/currency-devaluation-drives-stablecoin-adoption-sub-saharan-africa